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Pressespiegel

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Westfalen Blatt / 09.03.2010

IHC erwartet spannendes Jahr
Mehr als 800 Mitglieder - Förderpreise verliehen


Der Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen-Lippe (IHC) steht auf einer stabilen Basis. Mitgliederentwicklung und Finanzen stimmen. Entsprechend optimistisch gibt sich Präsident Dirk U. Hindrichs: »Wir erwarten wieder ein spannendes Jahr mit interessanten Veranstaltungen«, sagte Hindrichs gestern auf der Mitgliederversammlung in der Oetkerhalle.

Geschäftsführer Thomas Elshorst zeigte sich erfreut, dass der Club vor wenigen Tagen die »Schallgrenze« durchbrochen hat und nun mehr als 800 Mitglieder zählt. Positiv sei auch, dass der Anteil der unter 50-Jährigen angestiegen sei. Allerdings »müssen wir hier noch etwas mehr tun«.

Die Finanzen des Clubs sind in Ordnung. Nach den Zahlen von Schatzmeister Dr. Dieter Wirths standen im vorigen Jahr Einnahmen in Höhe von 281 000 Euro Ausgaben in Höhe von 237 000 Euro gegenüber. Das Vermögen belief sich zum Jahresschluss auf 271 000 Euro. Die Beiträge (300 Euro Aufnahmegebühr, 300 Euro Jahresbeitrag) werden nicht erhöht. Die Versammlung erteilte Wirths wie auch dem gesamten Präsidium einstimmig Entlastung.

Präsident Dirk U. Hindrichs verwies in seinem Jahresbericht auf das kompakte Programm 2009 und gab einen Ausblick auf das laufende Jahr. Der IHC erwartet zu Vortragsveranstaltungen unter anderen Gerhard Weber, Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt, Telekom-Chef René Obermann sowie im Vorfeld der Landtagswahl die Vorsitzende der nordrhein-westfälischen SPD, Hannelore Kraft.

Traditionsgemäß verleiht der IHC im Rahmen des »International Partnership Program« (IPP) Förderpreise an Studierende. Mit jeweils 1200 Euro werden Auslandspraktika unterstützt. Christiane Gräfin Matuschka übergab die Preise an Eva-Alexandra Schmitz (21) von der Universität Paderborn, Marina Lehmann (24) von der Fachhochschule Bielefeld und Marius Wagener (20) von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Zu Beginn der Veranstaltung gedachten Hindrichs und Beiratsvorsitzender Herbert Sommer der verstorbenen Mitglieder Prof. Gerhard Klippstein und Gründungspräsident Heinz Schürmann.


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Neue Westfälische / 09.03.2010

Von Kraft bis Hundt
Gastreferenten beim IHC 2010 / Gestern Abend Förderpreisverleihung an Studenten (Massmann)


Zum 16. Mal hat der Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen-Lippe (IHC) Studenten regionaler Hochschulen ausgezeichnet und fördert sie durch finanzielle Unterstützung bei einem Auslandsaufenthalt. Zum zweiten Mal wird ein an regionalen Hochschulen mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkten durchgeführtes International Partnership Programm (IPP) gefördert.

Die Preisverleihung fand gestern Abend vor Beginn der IHC-Mitgliederversammlung im Kleinen Saal der Oetkerhalle statt. ,,Flexibilität, Teamfähigkeit, Auslandserfahrung mit Fremdsprachenkenntnissen sind Fähigkeiten, die in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft über Fachkompetenz hinaus notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Managementtätigkeit sind“, betonte IHC-Geschäftsführer Thomas Elshorst zu den Auswahlkriterien.

Die IPP-Förderpreisträger 2010, die auf Vorschlag von Hochschullehrern ausgewählt werden und ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen müssen, sind Marina Lehman (Fachhochschule Bielefeld), Eva-Alexandra Schmitz (Uni Paderborn) und Marius Wagener (Hochschule Ostwestfalen-Lippe). Die Preise überreichte Christiane Gräfin Matuschka.

Das IPP beinhaltet einen dreimonatigen Auslandsaufenthalt in einem international tätigen Unternehmen. Für ihren Aufenthaltes erhalten die Teilnehmer eine nicht zurück zu zahlende finanzielle Unterstützung für drei Monate von jeweils 1.200 Euro, insgesamt 3.600 Euro.

In der von Dirk U. Hindrichs geleiteten Mitgliederversammlung hielt der Vorsitzende des Beirats und ehemalige Club-Präsident Herbert Sommer eine kurze Gedenkrede an Heinz Schürmann. Der IHC-Gründungspräsident war, wie berichtet, am 3. Februar im Alter von 87 Jahren gestorben. Sommer: „Er war ein Instinktunternehmer – schnell, entschlossen, tatkräftig.“

Das Präsidium wurde gestern Abend einstimmig entlastet. Neuwahlen stehen im nächsten Jahr an. Hindrichs ist seit 2005 Präsident des Vereins. Der Club zählte gestern 807 Mitglieder. Zustimmung fand das Veranstaltungsprogramm 2010. Es gilt für den Gesamtclub sowie für die Regionalkreise Gütersloh, Herford und Lippe.

Geplant sind unter anderem folgende Vortragsveranstaltungen in Bielefeld: 23. März, Gerhard Weber (Gerry Weber), 20. April, Götz Werner (dm-Drogeriemarkt), 3. Mai, Hannelore Kraft (SPD-Vorsitzende NRW), 17. Mai, René Obermann (Telekom), 7. Oktober, Dieter Hundt (Arbeitgeberverbände), 24. November, Eckhard Cordes (Metro).

Der Club bietet am 17. Juli eine Rallye am Bilster Berg, am 21. August ein Golf-Turnier in Bad Driburg. Er ist wieder Mitveranstalter des Unternehmertages im Oktober sowie des Balls der Wirtschaft am 6. November.



Gesellschaftliche Ausgleichskraft

Der Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen-Lippe e.V. (IHC), 1979 gegründet, ist laut Satzung ein Zusammenschluss von Unternehmern, Führungskräften und anderen natürlichen Personen, die sich für die Fortentwicklung der freiheitlichen, sozialen Marktwirtschaft einsetzen.

Der Club strebt den Kontakt mit anderen Gruppen der Gesellschaft an – ohne Rücksicht auf deren politischen, sozialen und religiösen Standort –, um durch gemeinsame Gespräche mehr Verständnis für einander zu wecken. Insbesondere soll damit der fortschreitenden Polarisierung von Gruppen in der Gesellschaft entgegengewirkt werden. Der Club versteht sich als politische und gesellschaftliche Ausgleichskraft.


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Neue Westfälische / 02.03.2010

Manager, Magath und Mutter Teresa
Frank Briegmann ist Chef von Universal Music (Stefan Schelp)


Bielefeld. Wenn das kein Traumjob ist: ein Arbeitstag, ausgefüllt mit guter Musik, mit scharenweise kreativen Menschen, mit einer gehörigen Portion Glamour. „Ich arbeite für eines der spannendsten Unternehmen des Landes“, sagt Frank Briegmann. Der 42-Jährige ist Geschäftsführer von Universal Music, dem Marktführer der Musik-Industrie.

Und doch ist selbst sein Arbeitsleben alles andere als sorgenfrei, berichtete der gebürtige Rietberger seinen Zuhörern gestern Abend beim Industrie- und Handelsclub in Bielefeld. „Unsere Krise hat schon im Jahr 2000 begonnen“, sagt er. Damals begannen die Menschen, illegal Musik aus dem Internet herunterzuladen. Seitdem hat sich der Markt halbiert, ist von 2,3 Milliarden Euro auf 1,1 Milliarden geschrumpft. Schwacher Trost: Universal Music mit seinen 400 Mitarbeitern hat seinen Anteil am schrumpfenden Markt vergrößern können, das Unternehmen macht 350 Millionen Euro Umsatz.

Das verdankt Universal Music den Größten der Pop-Branche: U2, Reamonn, Lady Gaga, Ich + Ich, aber auch Anna Netrebko und Anne Sophie Mutter, nicht zu vergessen James Last, Howard Carpendale und die Kastelruther Spatzen. „Volksmusik ist gut“, erklärt Briegmann. „Die wird nicht so oft illegal heruntergeladen. Das macht das Geschäft höchst profitabel.“

Logisch, dass das Betreuen der Stars anspruchsvoll ist. „Ich bin Manager, Mutter Teresa und Felix Magath in einer Person“, sagt Briegmann. Wenn ein Künstler den Hotelaufzug in seiner Lieblingsfarbe gestrichen haben will – Briegmann kümmert sich. Wenn ein Künstler bei seinem Heiler in Norwegen nachfragt, bevor er sich ein Mittagsmahl schmecken lässt – Briegmann verzieht keine Miene. „Die Stars sind unser Kapital.“

Deshalb ärgert es Briegmann auch so sehr, dass sich andere an diesem Kapital vergreifen, indem sie die Musik aus dem Internet herunterladen. Vier Millionen Menschen gehen diesem „Hobby“ in Deutschland nach, 320 Millionen Musiktitel werden jedes Jahr heruntergeladen. „Das ist Diebstahl geistigen Eigentums“, stellt Briegmann fest. „Es wird Zeit, dass die Politik ihre Hausaufgaben macht und dem einen Riegel vorschiebt.“

Von Rietberg nach Berlin

Frank Briegmann, Geschäftsführer von Universal Music Deutschland, wurde 1967 in Rietberg geboren. In Münster hat er BWL studiert. 1995 begann seine Karriere im Musikgeschäft bei der Bertelsmann-Tochter BMG. Bis zum stellvertretenden Geschäftsführer von BMG Ariola in München stieg er auf. 2004 verließ Briegmann den Bertelsmann-Konzern und wechselte nach Berlin, zum Konkurrenten und Marktführer Universal Music, einem Tochternunternehmen des Medien- und Kommunikationsunternehmens Vivendi. Frank Briegmann ist verheiratet und hat zwei Kinder. (sch)


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Westfalen-Blatt / 02.03.2010

»Stars wachsen nicht auf Bäumen«
Universal-Music-Chef Frank Briegmann beklagt Musikdiebstahl im Internet (Edgar Fels)


Der Geschäftsführer der Plattenfirma Universal Music Deutschland, der gebürtige Rietberger Frank Briegmann (42), beklagt einen millionenfachen Diebstahl von Musik im Internet. Seit dem Jahr 2000 habe der deutsche Musikmarkt die Hälfte seines Umsatzes verloren, sagte Briegmann gestern Abend bei einem Vortrag auf Einladung des Industrie- und Handelsclubs (IHC) in Bielefeld.

Die »digitale Revolution« habe den Wettbewerb verschärft. In Deutschland würden jährlich 320 Millionen Musiktitel gestohlen. »Patentrechte werden mit Füßen getreten.« Dieses Problem müsse von der Politik endlich gelöst werden. »Wenn es für unsere Arbeit kein Entgelt gibt, wovon sollen unsere Künstler leben?« Universal Music investiere im Jahr 20 Millionen Euro, um neue Talente zu finden. »Stars wachsen nicht auf Bäumen. Sie müssen entdeckt, gefördert und vermarktet werden.«

Der Umgang mit unterschiedlichen Künstlern, mit ihren Starallüren sei nicht einfach, räumte Briegmann ein. »Um da bestehen zu können, sollte man eine Mischung sein aus Manager, Mutter Theresa und Felix Magath.« Man müsse verhandeln können, Psychotherapeut, Freund und Babysitter sein. Zugute käme ihm dabei seine ostwestfälische Mentalität. Der Rietberger machte in Bielefeld eine Ausbildung zum Bankkaufmann, studierte in Münster Betriebswirtschaftslehre und arbeitete neun Jahre bei der früheren Bertelsmann-Musiktochter BMG, bevor er nach Berlin zu Universal (400 Mitarbeiter, 350 Millionen Euro Umsatz) wechselte. Bei Universal stehen Stars wie Tokio Hotel, Ich und Ich und Elton John unter Vertrag.


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Neue Westfälische / 18.02.2010

Das richtige Rezept
Für Hubertine Underberg-Ruder zählen Tradition und Qualität (Anne-Lena Jaschinski)


Hubertine Underberg-Ruder ist eine Geheimnisträgerin. Nur sie, ihre Eltern und ein katholischer Priester kennen die Rezeptur aus über 100 Kräutern, aus denen der bekannte Magenbitter gebraut wird. Die 47-Jährige führt das traditionsreiche Familienunternehmen in der fünften Generation. Vor dem Industrie und Handelsclub OWL sprach sie über ihre Führungsprinzipien.

In einem olivgrünen Kostüm, Rüschenbluse und lässigen Stiefeln steht Hubertine Underberg-Ruder auf der Bühne und erzählt – anfangs streng konzentriert, später lockerer – von der Erfolgsgeschichte des Kräuterschnaps. Die begann, als ihr Ur-Ur-Großvater Hubert Underberg am 17. Juni 1846 heiratete. Da er schon einmal auf dem Amt war, meldete er auch gleich seine Firma an. „Wir waren eben schon immer eine praktisch veranlagte Familie“, sagt Underberg-Ruder. Bereits vor 160 Jahren wurde das „Semper Idem“-Prinzip verwendet, um die Aromen und Wirkstoffe schonend aus den Kräutern zu ziehen.

Semper idem (lateinisch: „immer das Gleiche“) ist Unternehmenleitspruch und Qualitätsmerkmal des Magenbitters. Während beider Weltkriege wurde die Produktion aus Mangel an Rohstoffen eingestellt. „Gepanschten Underberg gibt es nicht“, stellt die Referentin klar und begründet damit auch, warum das Unternehmen so viele Patente auf seinen Namen angemeldet hat. Als eine der ersten Marken sicherte sich Unberberg etwa seinen Schriftzug in der Blindenschrift Braille.

Als die studierte Biologin 28 Jahre alt war, gerade ihre Doktorarbeit abgeschlossen hatte und ihren Mann Franz Ruder geheiratet hatte, holte sie Vater Emil ins Unternehmen. Obwohl sie drei Geschwister hat, schien Hubertine als Nachfolgerin am besten geeignet. Traditionelle Werte sind ihre genau so wichtig wie ihren Vorfahren. Sie will das Produkt nicht verändern, nur um eine neue, jüngere Konsumentengruppe anzusprechen. Die kleinen, in Papier eingeschlagenen Glasflaschen und die Markenfarbe Grün würden auf jeden Fall bleiben.

Und doch ist das Traditionshaus unter ihrer Führung zeitgemäßer geworden. Der Schnaps werde auf Partys mit Soda gemixt zum Szenegetränk. „Wirklich zu empfehlen“, wirbt Underberg-Ruder. Von der Mischung Asbach (gehört ebenfalls zur Underberg-Gruppe) und Cola rät sie allerdings ab. Die Geschäftsfrau rief auch eine Marketing-Aktion, bei der Konsumenten die Verschließ-Kapseln der Minifläschchen gegen Prämien eintauschen können, ins Leben. Vor ein paar Jahrzehnten wäre das wohl noch nicht denkbar gewesen. Doch der Erfolg gibt ihr Recht: Über 840.000 Kapseln werden jeden Monat zurückgeschickt.

Statt Asbach-Cola lieber Underberg-Soda

Bei der Unternehmensführung baut die vierfache Mutter, die Beruf und Familie scheinbar mühelos vereint, auf die „drei Säulen der Nachhaltigkeit“: ökonomische, ökologische und soziale Prinzipien. Mitarbeiter, die dem Unternehmen „im besten Fall mehrere Jahre“ treu bleiben, werden regelmäßig über ihre Zufriedenheit mit dem Vorgesetzten und der Arbeitsatmosphäre befragt. Alle zehn Jahre formuliert Underberg seine Zukunftsvisionen, auf die alle hinarbeiten. Nebenbei macht sich das Unternehmen im Umweltschutz stark und ist politisch und kirchlich aktiv. Auch das befürwortet die gläubige Katholikin.

Ein Relikt aus Gründerzeiten ist bis heute geblieben: Weil das Rezept für den Magenbitter ein Familiengeheimnis ist, treffen sich Tochter und Eltern Emil und Christiane Underberg etwa einmal im Monat, um die Kräuter zu mischen.



Schnaps-Idee

Das Underberg-Unternehmen wurde 1846 von Hubert Underberg in Rheinberg gegründet und wird heute in der 4. und 5. Generation von Emil und Christiane Underberg und ihrer Tochter Hubertine Underberg-Ruder geführt.

In den 40er Jahren erfand der Enkel des Firmengründers, der ebenfalls Emil hieß, die bekannte Portionsflasche, die mittlerweile in 43 Länder exportiert wird. Heute gehören zur Underberg-Gruppe, die ihren Hauptsitz in der Schweiz hat, auch die Marken Asbach, Pitú, Xuxu und Grasovka-Wodka.

Das Unternehmen beschäftigt 900 Mitarbeiter und macht jährlich etwa 500 Millionen Umsatz. (aj)


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Westfalen Blatt / 16.02.2010

Das Geheimnis des Underbergs
Hubertine Underberg-Ruder hält an den Traditionen von Emil Underberg, dem Erfinder der Portionsflasche, fest. Allerdings: »Bewährtes muss ständig hinterfragt werden.«(Bernd Bexte)


Wie Nachhaltigkeit das Handeln eines Familienunternehmens bestimmt.

Wer im Familienunternehmen nachhaltig wirtschaften will, muss dies tagtäglich vorleben. Hubertine Underberg-Ruder hat ihre ganz eigenen Regeln, wenn es um die Führung des 1846 gegründeten Traditionshauses geht.

In der mittlerweile fünften Generation ist das Herstellungsverfahren des Underberg-Magenbitters mit »semper idem« (»Immer das Gleiche«) überschrieben. Einen treffenderen Beleg für Nachhaltigkeit kann es also kaum geben. »Das heißt aber nicht, dass alles Alte auch immer gut ist«, sagt die 47-Jährige im WESTFALEN-BLATT-Gespräch. Sie leitet das Familienunternehmen gemeinsam mit ihren Eltern, Christiane und Emil Underberg. Im internationalen Spirituosen-, Wein- und Sekthaus, zu dem unter anderem die Marke Asbach gehört, dokumentiert sich dies in der Firmen-Vision. »Das ist ein Leitsatz, den wir etwa alle zehn Jahre neu definieren.« Im nächsten Jahr ist es wieder so weit. Dann steht die aktuelle Maxime »Alles kann man besser machen« auf dem Prüfstand. »Dieser Satz beschreibt den andauernden Innovationsprozess, das ständige Hinterfragen.«

Manche Dinge bleiben jedoch ebenso unangetastet wie der beige Papiereinwickler des Underbergfläschchens. So ist die Einweihung in die geheime Rezeptur des Magenbitters, der 1846 in Rheinberg (Kreis Wesel) von Underberg-Ruders Ur-Ur-Großvater Hubert kreiert wurde, ein unverrückbares Familienritual. »Das ist etwas Besonderes. Außer mir kennen nur noch meine Eltern dieses Geheimnis.« Die streng gehütete Underberg-Formel wurde ihr 1991 offenbart, als die promovierte Mikrobiologin an den Hauptsitz des elterlichen Unternehmens in die Schweiz wechselte.

Wer Nachhaltigkeit glaubhaft in den Vordergrund stellen wolle, müsse diese selbst verkörpern. »Wir sind in relativ kleinteiligen Gesellschaften organisiert. Da ist man zwar kein Unternehmer zum Anfassen, aber einer zum Erleben. Da muss man ehrlich sein.« Ob Frauen das besser können? »Das kann ich schwer beurteilen, bei uns haben Frauen immer schon führende Positionen gehabt. Bereits meine Ur-Urgroßmutter, die Frau des Firmengründers, war in der Geschäftsführung tätig.«

Heute spricht Hubertine Underberg-Ruder auf Einladung des Industrie- und Handelsclubs OWL im Gütersloher Miele-Forum (Carl Miele-Straße 29, 18.45 Uhr) zum Thema »Was heißt Nachhaltigkeit im Familienunternehmen?«.


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Westfalen Blatt / 06. / 07.02.2010

Stanislaw Tillich zu Gast beim IHC


Hoher Besuch beim Industrie und Handelsclub Ostwestfalen-Lippe (IHC): Geschäftsführer Thomas Elshorst (Mitte) und Präsident Dirk U. Hindrichs (rechts) begrüßten bei der jüngsten IHC-Veranstaltung Stanislaw Tillich.

Der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen (CDU) referierte am vergangenen Mittwoch vor geladenen Gästen über das Thema »Gesamtdeutsche Solidarität 20 Jahre nach der Einheit«. Foto: Bernhard Pierel


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Neue Westfälische / 04.02.2010

Botschafter des Ostens
Ministerpräsident Stanislaw Tillich warb beim IHC für seinen sächsischen Weg (Lothar Schmalen)


Von Ostwestfalen kannte der Ministerpräsident von Sachsen, Stanislaw Tillich (50, CDU), bislang nur Paderborn. Vor einem Jahr hatte der praktizierende Katholik das Libori-Fest besucht. Gestern Abend weilte der aus einer sorbischen Familie stammende Politiker erstmals in Bielefeld.

Vor dem Industrie- und Handelsclub (IHC) warb der im äußersten Osten Deutschlands geborene und aufgewachsene Regierungschef von Sachsen („Sagen Sie bitte nicht: Land Sachsen, sondern: Freistaat Sachsen – soviel Zeit muss sein“) für gesamtdeutsche Solidarität, auch 20 Jahre nach der Einheit. „Im Kopf und im Herzen der Deutschen ist die Einheit längst angekommen“, glaubt Tillich, der seit September 2009 an der Spitze einer CDU/FDP-Regierung in Dresden steht.

Sachsen habe unter den ostdeutschen Ländern nach 1990 seine Chancen am besten genutzt, glaubt Tillich. Heute komme der Haushalt ohne Neuverschuldung aus. Nirgendwo in Deutschland werde soviel Geld für Kultur ausgegeben wie in Sachsen. Das Land , Spitzenreiter unter den deutschen Bundesländern bei der PISA-Studie, habe sehr viel Geld in Bildung investiert, habe sein „Abitur nach 12 Jahren“ gegen alle Widerstände beibehalten und sei damit heute Vorbild für ganz Deutschland. Zwar verfüge Sachsen über ein gutes Straßennetz, doch litten die sächsischen Metropolen Dresden, Leipzig und Chemnitz bis heute darunter, dass sie mit der Eisenbahn schlecht erreichbar seien. So habe Chemnitz nur einen Regionalbahnhof .

Tillich, der sich gestern, wie er berichtete, auf dem Weg nach Bielefeld noch mit seinen Amtskollegen Wolfgang Böhmer (Sachsen-Anhalt) und Christine Lieberknecht (Thüringen) traf, gilt inzwischen als ein Botschafter des gesamten Ostens. Wirtschaftlich müsse im Ostteil Deutschland noch viel passieren. Es gebe zu wenig große Marken aus Ostdeutschland (Radeberger Bier und Meißener Porzellan reichten nicht), kein einziges Dax-Unternehmen habe seinen Sitz im Osten. „Wir müssen auch Großunternehmen nach Ostdeutschland holen“, sagte er.

Ein wenig verriet Tillich, der seine berufliche Laufbahn zu DDR-Zeiten als Diplom-Ingenieur für Konstruktion und Getriebetechnik begann, aus seinem Privatleben. Bis heute spreche er mit seinen Kindern sorbisch, eine eigenständige slawische Sprache. Tillich hat zwei erwachsene Kinder. Die Tochter, die mit einem Spanier verheiratet ist, lebt in Essen, der Sohn in Berlin.


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