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Neue Westfälische / 21.08.2008
Familienbetriebe im Mittelpunkt der Politik
NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben im IHC
Für die Wirtschaftspolitik der nordrhein-westfälischen Landesregierung stehen familiengeführte Unternehmen, nicht die Konzerne, im Mittelpunkt ihrer Politik. Das versicherte gestern Abend Wirtschaftsministerin Christa Thoben (67) vor Mitgliedern des Industrie- und Handelsclubs (IHC) im Lessinghaus.
Es gelte, Stärken zu stärken. "Familienbetriebe sind in einer globalisierten Welt keine Übergangs-, sondern Zukunftsmodelle". Familienunternehmer fühlten sich langfristig an ihre Firma, ihre Mitarbeiter und den Standort gebunden. Keine Region sei so reich an Markenfirmen wie OWL, so die Vize-Landesvorsitzende der CDU.
IHC-Präsident Dirk U. Hindrichs hatte an den mutigen Schlagabtausch der Ministerin mit dem Weltkonzern Nokia erinnert. Sie habe "wie eine Löwin gekämpft". Unter den Zuhörern war auch ihr Cousin, der langjährige Hauptgeschäftsführer des OWL-Einzelhandelsverbandes, Hans Friedrich Thoben.
Westfalen-Blatt / 21.08.2008
NRW ist die führende Region in Europa
Christa Thoben lobt starke Wirtschaftsstruktur in Ostwestfalen-Lippe
We love the new leading region in Europe: North Rhine-Westphalia. Übersetzt heißt das: "Wir lieben die neue führende Regierung in Europa."
Mit diesem Slogan wirbt Wirtschaftsministerin Christa Thoben für Produkte aus und Investitionen in NRW. Vor Mitgliedern des Industrie- und Handelsclubs (IHC) Ostwestfalen-Lippe beeilte sich Thoben gestern mit der Feststellung, dass ein Großteil dieser Liebe auf OWL entfalle. Die Zeit, da die meisten Subventionen wie ein Naturgesetz dem Ruhrgebiet zugute kamen, sei vorbei. "Ich habe allerdings den Eindruck, dass die Region auch deshalb wirtschaftlich so stark ist, weil sie nicht durchgepäppelt wurde", erklärte Thoben. OWL habe den Strukturwandel weitgehend allein durchgestanden.
Heute, unter der CDU/FDP-Regierung, würden Fördermaßnahmen im Wettbewerb vergeben. Firmen aus OWL seien bei allen 29 Ausschreibungen mit Erfolg dabei: "Das zeigt, dass man auch auf Veränderungen schnell reagiert."
Thoben lobte weiter die starke Stellung der Familienunternehmen in Ostwestfalen-Lippe. In der Region hätten sich widerstandsfähige "Cluster" berausgebildet, also Netzwerke von Betrieben einer bestimmten Branche. Sie nähmen oft auch im Weltmaßstab eine führende Stellung ein.
Kritisiert wurde in der anschließenden Diskussion. dass die Landesregierung die Gesundheitswirtschaft in Gelsenkirchen fördere. Dabei hätten sich doch gerade in OWL sehr starke Firmen und Einrichtungen wie das Herzzentrum Bad Oeynhausen etabliert.
Neue Westfälische / 14./15.06.2008
Bundesbankpräsident in Bielefeld
Mit einstündiger Verspätung traf Bundesbankpräsident Professor Axel A. Weber gestern Abend in der Universität ein. Er war Referent des Industrie- und Handelsclubs in Kooperation mit dem Wissenschaftsforum Wirtschaft (BiGSEM). Die Bundesbank arbeite mit Vorauswarnungen, der Stau sei aber nicht zu erwarten gewesen, entschuldigte sich der Präsident.
Neue Westfälische / 14./15.06.2008
Der Euro ist kein Teuro
Bundesbankpräsident Weber in Bielefeld (Wilfried Massmann)
Trotz einer Inflationsrate von drei Prozent im Mai will die Bundesbank die Geldentwertung in Deutschland auf unter zwei Prozent drücken. Bundesbankpräsident Axel Weber versicherte Freitagabend in Bielefeld: "Der Euro ist kein Teuro."
Der Inflationsanstieg mache zwar auch den Währungshütern Sorge, weil seit Herbst letzten Jahres "von Normalität keine Rede mehr sein kann". Aber die Bundesbanker sind davon überzeugt, dass sich das etwas einebnet. "Fakt ist, dass die europäische Geldpolitik durch ihre erklärte Stabilitätsorientierung ein sehr hohes Maß an Glaubwürdigkeit gewonnen hat."
Die Preisprognose geht davon aus, dass bis Ende des Jahres die Inflation unter drei Prozent beträgt. Im Verlauf des nächsten Jahres könnte sie sich dann auf durchschnittlich 2,2 Prozent einpendeln. "Auf unter, aber nahe an zwei Prozent", strebe der EZB-Rat die jährliche Teuerungsrate an.
Die durchschnittliche Inflationsrate von 1999 bis 2007 habe mit 2,1 Prozent "bemerkenswert niedrig gelegen". Teuerungsraten, vor allem durch Lebensmittelkrisen, Terroranschläge, die Verteuerung von Rohöl ("mehr als 12 Mal so hoch wie zu Beginn der Währungsunion"), aber auch die dreiprozentige Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2008 ("macht gut anderhalb Prozentpunkte Inflationsrate") hätten zu der Entwicklung beigetragen.
Dennoch zeige der Euro-Raum eine relativ robuste Widerstandskraft gegenüber den externen Belastungen, wie anhaltenden Finanzmarktturbulenzen, einer schwächelnden US-Wirtschaft und der Rohstoffhausse. "Im Kern ist die Wirtschaftsentwicklung des Euro-Raums solide, gleichwohl bleibt die Unsicherheit im Hinblick auf die Wirtschaftsentwicklung bestehen und es überwiegen die Auswärtsrisiken", meinte Weber. Dadurch seien auch die Risiken für das Ziel der mittelfristigen Preisstabilität "beträchtlich".
Westfalen-Blatt / 14./15.06.2008
Sanktionen möglich
Bundesbank-Chef: Euro muss stabil bleiben (WB/in)
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist bereit, die nun schon zehn Jahre bestehende Europäische Währungsunion auch mit zum Teil unpopulären Maßnahmen zu verteidigen. Prof. Axel Weber, Präsident der Deutschen Bundesbank, erklärte am Freitag in Bielefeld, die auf drei Prozent gestiegene Inflationsrate und noch mehr die auch die erhöhte Inflationserwartung müssten notfalls auch mit höheren Zinsen bekämpft werden. Zudem müssten Regierungen wie die französische, die die gute Konjunktur nicht zum Abbau der Staatsverschuldung nutzten, beim nächsten Überschreiten der Defizitgrenze mit Sanktionen bestraft werden. Auf der deutschen Seite lobte Weber die Koalition, die wenigstens einen Teil der Mehreinnahmen für den Schuldenabbau einsetze.
Der Bundesbank-Chef, der auf Einladung des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe in der Universität sprach, betonte, dass die zu Unrecht als "Teuro" kritisierte gemeinsame Währung seit ihrer Einführung mehr Stabilität beweise als vorher die D-Mark in der Zeit seit 1971. Wirtschaftlich sei der Handel zwischen Unternehmen innerhalb des Euro-Raums stärker gestiegen als mit Firmen aus EU-Staaten, in denen noch nicht mit dem Euro bezahlt werde.
Neue Westfälische / 06.06.2008
Adenauer: Zurück zu Freiheit und Eigentum
ASU-Präsident empfiehlt Kampagne (Wilfried Massmann)
Gegen die "Sozialdemokratisierung der Nation" wendet sich der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Selbstständiger Unternehmer (ASU), Patrick Adenauer (47). "Wir kämpfen für eine Renaissance der Sozialen Marktwirtschaft im Sinne Erhards", sagte Adenauer gestern Abend vor Mitgliedern des Industrie- und Handels-Clubs OWL (IHC) in Bielefeld.
Der Kölner Unternehmer ist geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Bauwens. Sein Großvater war der erste Bundeskanzler. Patrick Adenauer fordert "mehr private Wettbewerber". Er plädiert für die "Wiederherstellung der persönlichen Freiheit durch Eigentum und Möglichkeiten zur unabhängigen privaten Vorsorge für alle" sowie die Reform des Bildungswesens - auch durch mehr Wettbewerb.
In Deutschland bestehe keine Soziale Marktwirtschaft mehr. "Wir haben heute eine wohlfahrtsstaatliche Marktwirtschaft, eine ordnungspolitische und ideologisch verlotterte Marktwirtschaft", meint Adenauer. So sehr auch Sozialdemokraten wie Carlo Schmid, Helmut Schmidt, Wolfgang Clement oder Klaus von Dohnany "uns ideell nahe stehen mögen" - sie seien "verkappte Liberale oder Liberal-Konservative".
Durch den herrschenden sozialedemokratischen "Geist der Zeit" werde das unterminiert, was Erfolg und Größe der Sozialen Marktwirtschaft - "Basis unseres Wohlstands und internationaler Stellung" - ausmache.
Sozialdemokratisches Denken bedeute Misstrauen gegenüber Markt, Eigentum, Unternehmertum und Freiheit - "den institutionellen Säulen einer freien Gesellschaft". Zwischen "demokratischem Sozialismus" und "sozialer Demokratie" sind laut Adenauer keine klaren Grenzen auszumachen. Die Marktwirtschaft sei aber die Erfindung, die es auch Leuten ohne Erbe und Eigentum erlaube, aus eigener Kraft und durch Leistungswillen und Begabung aufzusteigen.
Der ASU-Präsident sprach von einem bestehenden "Meinungs- und Kulturkampf", den "die Linke" führe. Mit Zivilcourage und ohne Angst müsse sich "das Bürgerliche" zu seinen Werten bekennen. Er forderte von seinen "unternehmerischen Freunden" Selbstverantwortung, Glauben an die Macht und die Kraft der freien Persönlichkeit, an Wettbewerb und Märkte sowie an die freiwillige soziale Initiative.
Eine ASU-Offensive fordert "Mehr Netto": "Weniger Umverteilung, mehr Eigenkapitalbildung und Chancen zur Selbstständigkeit, besonders für den kleinen Mann und weniger Verdienende."
Westfalen-Blatt / 06.06.2008
Gebt den Menschen ihr Geld zurück
Dr. Patrick Adenauer fordert eine Senkung der Sozialabgaben (mba)
Mehr Geld in den Taschen der Bürger - das hat Dr. Patrick Adenauer gefordert. Der Enkel des ersten deutschen Bundeskanzlers und Präsident des Verbandes "Die Familienunternehmer" machte sich gestern Abend vor Mitgliedern des Industrie- und Handelsclubs OWL für eine Senkung der Sozialabgaben und für mehr private Vorsorge stark.
Adenauer warnte vor den "Gefahren der Sozialdemokratisierung". Die zu hohen Steuern minderten das Eigentum und ließen die Abhängigkeit der Bürger vom Sozialstaat wachsen. "Deshalb fordere ich: Gebt den Menschen ihr Geld zurück", sagte Adenauer. Liberales Denken, das freiheitliche Werte propagiere, gebe es in Deutschland nicht mehr. Deshalb müssen sich vor allem Unternehmer wieder stärker für eine Leistungsethik einsetzen, die die Initiative des Einzelnen belohne.
"Unternehmer müssen sich nicht für ihren Erfolg schämen", sagte der 47-Jährige. Denn Unternehmer schafften Wohlstand für alle. Adenauer forderte mehr Mut, diese Botschaft auch in der Bevölkerung zu transportieren und für die Marktwirtschaft zu kämpfen.
Neue Westfälische / 31.05.2008
IHC-Besuch in Rietberg
Besuch der Landesgartenschau und Empfang bei Bürgermeister André Kuper
Von großem Interesse gekennzeichnet war jetzt der Besuch einer Mitgliederdelegation des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e.V. (IHC) in der Emsstadt. Auf Einladung der Regionalgruppe Gütersloh, der Stadt und der Landesgartenschaugesellschaft weilten 58 IHC-Mitglieder in der Kernkommune und auf dem Gelände der Landesgartenschau. "Wir freuen uns sehr über diesen großen Zuspruch", betonten Bürgermeister André Kuper und IHC-Regioanlsprecherin Gisela Kerger anlässlich der offiziellen Begrüßung im Ratssaal im Alten Progymnasium.
Zuvor hatte die LGS-Geschäftsführung gemeinsam mit dem kommunalen Wirtschaftsförderer Jens Hökenschnieder die Gäste aus dem gesamten Kreisgebiet Gütersloh und der Stadt Bielefeld bereits in der Lobby des Lind-Hotels willkommen geheißen. Unter der fachkundigen Führung des Rietberger Bürgermeisters und Aufsichtsratsvorsitzendender LGS-GmbH, Kuper, unternahmen die IHC-Mitglieder einen Rundgang über Teile des LGS-Geländes und zeigten sich beeindruckt von aufwändigen gärtnerischen Konzeptionen in ihrer bunten Umsetzung und ebenso über die Vielfalt des Angebots gerade für Familien mit Kindern. "Es ist eine ganz ungewöhnliche Leistung, die die Stadt Rietberg mit ihrem Bürgermeister hier auf die Beine gestellt hat", waren sich alle Teilnehmer einig. "Es ist ihm gelungen, quasi die ganze Bürgerschaft von dem Projekt zu überzeugen und damit über 1000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer zu gewinnen, die dieser LGS ihre ganz besondere leistungsstarke und sympathische und ganz individuelle Ausstrahlung verleihen." Gisela Kerger ergänzte: "Diese Gartenschau in Rietberg ist beispielhaft, anspruchsvoll und begeisternd. Sie wird sicher ein großer Erfolg."
Nach der Führung stand ein Vortrag von André Kuper über den Themenkomplex "LGS als Motor der Stadtentwicklung" auf dem Programm. Darin wurde die facettenreiche Vielfalt deutlich, die in Planung und Umsetzung einer solchen Großveranstaltung möglich ist. Im Radwege- und Straßenbau habe es in nur zwei Jahren Entwicklungssprünge gegeben, die sonst für einen Zeitraum von wenigstens 20 Jahren vielleicht eine Umsetzung erfahren hätten, erläuterte Kuper. "Eine LGS ist eben nicht nur eine Blümchenschau in schöner Umgebung mit nettem Beiprogramm. Sie bewirkt auch eine Vielzahl an positiven Veränderungen für die gesamte Stadt, ihr Erscheinungsbild, den Tourismus- und Freizeitbereich und damit letztlich auch eine nachhaltige stärkere Umsatzmöglichkeit für Gastronomie und Handel." In Rietberg sei es möglich gewesen, durch den Zusammenhalt der Bürgerschaft und ihrer Vereine, durch die Unterstützung der Unternehmerschaft und der Geldinstitute, durch das Engagement in Verwaltung und Rat und durch die gemeinsame Identifikation mit dem anspruchsvollen, ganzheitlichen Projekt eine ganz besondere Veranstaltung zu konzeptionieren. "Von dieser LGS profitieren auch unsere Stadtteile, die sich zudem alle aktiv und engagiert einbringen in den 171-tägigen Veranstaltungsalltag bis zum 12. Oktober. Wichtig war uns in den politischen Entscheidungsgremien immer die Einbeziehung aller sieben individuellen Ortschaften unter dem Dach Rietbergs und wichtig war uns zudem von Beginn an der Blick auf fortdauernde Nachhaltigkeit auch nach den eigentlichen Öffnungswochen der LGS."
Kuper führte aus, dass beispielsweise schon früh ein Förderverein gegründet worden sei, der sich dauerhaft um den Erhalt des größten Teils des LGS-Geländes als Bürgerpark kümmern werde. Straßen- und Radwegebauten seien ebenso wie der Hochwasserschutz für die weitere Zukunft konzipiert worden. "Wir können auch nach Ende der Landesgartenschau weiter als attraktives Ziel für Touristen zur Verfügung stehen, wir haben ein umfangreiches Radwegenetz, das Erholungssuchende durch schöne Landschaften führt und gleichzeitig maßgeblich der Schulwegsicherung der Kinder dient. Dank des großen Engagements und der finanziellen Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen konnten wir alle Wunschmaßnahmen realisieren." In der anschließenden Fragerunde bekundeten die IHC-Mitglieder großes Interesse an der Thematik, die Rietberger Stadtentwickung habe in den vergangenen Monaten Maßstäbe gesetzt und gebe in ihrer Projektbezogenheit beispielhafte Hilfestellung für andere Kommunen. Dr. Reinhard Zinkann, Vizepräsident des IHC-OWL dankte in einer kurzen Ansprache für den guten Empfang, der den Mitgliedern in Rietberg zuteil geworden sei. Sicher werden viele der Gäste auch privat noch die Gelegenheit nutzen, mit ihren Familienangehörigen das LGS-Gelände noch einmal in Ruhe in Augenschein zu nehmen.
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