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Neue Westfälische / 16.01.2008
Nur gemeinsam sind wir stark (Lothar Schmalen)
Beim IHC: Oberbürgermeister David plädiert für mehr regionale Zusammenarbeit
Oberbürgermeister Eberhard David hat vor dem Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen-Lippe mehr Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden in der Region gefordert. Als lohnenswerte Felder einer verstärkten Kooperation in Ostwestfalen-Lippe nannte David die Wirtschaftsförderung sowie die Theater- und die Museenlandschaft.
David sprach gestern Abend beim Neujahrsempfang des IHC im Neuen Rathaus zum Thema "Zukunftsaufgabe interkommunale Zusammenarbeit?". Zunächst wies der OB auf die Stärke der Region hin. In OWL lebten mit 2,1 Millionen Menschen mehr Einwohner als in vier Bundesländern. Die Wirtschaftskraft der Region sei größer als in neun Staaten der Europäischen Union.
"Ich sehe keine Alternative zur verstärkten Zusammenarbeit gerade auf dem Gebiet der Wirtschaftsförderung", sagte das Bielefelder Stadtoberhaupt. Der Druck auf Regionen, Städte und Gemeinden, sich einem internationalen Stadtortwettbewerb zu stellen, verschärfe sich durch die Globalisierung einerseits und die immer stärkere Bedeutung der Europäischen Union andererseits.
Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, sei eine Verbesserung des Standort-Images besonders wichtig. Die fast sprichwörtliche Ravensberger Mentalität verhindere es, laut und deutlich auf die Stärken und unverwechselbaren Eigenschaften der Region hinzuweisen. "Wir müssen diese Mentalität ablegen", sagte David. Und wenn sich die Region größer und professioneller präsentieren solle, dann müsse die OWL-Marketing GmbH für diese Aufgaben mit mehr Mitteln ausgestattet werden. David: "Ich werbe dafür, dass wie bisher neben den Gebietskörperschaften auch die Unternehmen dazu einen Beitrag leisten. Bislang erhält die OWL Marketing jährlich rund 280.000 Euro, die Hälfte von den Unternehmen die im Verband "Unternehmen für OWL" zusammengeschlossen sind und die andere Hälfte von den sechs Kreisen in OWL und der Stadt Bielefeld.
Mehr Zusammenarbeit mahnte OB David auch im Kulturbereich an. Mit dem "Marta" in Herford und der Bielefelder Kunsthalle verfüge die Region über zwei Museen, die überregional wahrgenommen würden. Hier tue eine Zusammenarbeit ebenso not wie bei den Theatern. "Das sind heiße Eisen, aber wenn die Region wirklich wahrgenommen werden und in der Auseinandersetzung um Fördermittel mit dem Ruhrgebiet in Konkurrenz treten will, dann dürfen diese Bereiche nicht ausgespart werden" sagte David.
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Davids Grundsatzrede über die Notwendigkeit von regionaler Zusammenarbeit in OWL bot den mehr als 260 IHC-Mitgliedern und ihren Gästen aus Politik und Gesellschaft genügend Gesprächsstoff. An nahezu allen Tischen waren während des schmackhaften Drei-Gänge-Menues jedenfalls die Chancen und Schwierigkeiten regionaler Zusammenarbeit Thema - auch und vor allem Davids Plädoyer, die OWL Marketing GmbH mit mehr Geld auszustatten.
IHC-Präsident Dirk U. Hindrichs hatte zu Beginn des Neujahrsempfangs die Gäste mit launigen Worten begrüßt, darunter auch das neueste Mitglied des Clubs, den stellvertretenden Sparkassen-Chef Dieter Brand.
Westfalen-Blatt / 16.01.2008
Wie wär´s mit Freistaat OWL
OB David wirbt beim IHC für interkommunale Zusammenarbeit
Eberhard David fordert ein verstärktes Eintreten aller Städte und Kreise in OWL, um die Zukunftsaufgabe der "interkommunalen Zusammenarbeit" mit Entschlossenheit anzupacken. Der Oberbürgermeister sprach zum traditionellen Neujahrsempfang des IHC.
Mit seinem Referat im Großen Saal des Neuen Rathauses erreichte David ein breites Spektrum des öffentlichen Lebens in der Region. Immerhin waren mehr als 230 Gäste der Einladung von Präsident Dirk U. Hindrichs und Geschäftsführer Erhard Kiezewski gefolgt, an der Stätte sonst eher trockener Debatten flotte Gespräche und ein nettes Abendessen zu genießen.
Schließlich repräsentiert der stark expandierende Industrie- und Handelsclub nicht unwesentlich jene Klammerfunktion, der es nach Einschätzung des Oberbürgermeisters vermehrt bedarf, um den Stellenwert von Ostwestfalen-Lippe im zunehmend internationalen Wettbewerb um Investitionen und Innovationen nachhaltig zu verbessern. Vor namhaften Vertretern aus Industrie, Handwerk, Handel, Politik und Gesellschaft nutzte David die Gelegenheit, auf das nach seiner Einschätzung immer noch vorhandene Ungleichgewicht öffentlicher Förderung jenseits des Rheinlands und jenseits von Hamm zu bemängeln. Im Wettstreit um Landesmittel, befand David, stünden die Kommunen in OWL schließlich nicht im Wettbewerb, sondern geschlossen als Einheit. Wohl deshalb, so David, sei es an der Zeit, über politische Unterschiede hinweg gemeinsame Projekte in den Mittelpunkt zu rücken. Schließlich werde OWL nicht nur wegen seines ausgezeichneten Mittelstandes auf Bundesebene beneidet.
Das Spektrum der Gäste reicht am Dienstag einmal mehr von A bis Z, von Immobilienprofi Helmut Adam bis zu Dr. Reinhard Zinkann, Miele-Chef und IHC-Präsidiumsmitglied. Zu den Stammgästen zählt Erhard Kiezewski, Uni-Rektor Prof. Dieter Timmermann und Polizeipräsident Erwin Südfeld. Während Handwerkspräsidentin Lena Strothmann weiter ihre Sportverletzung auskuriert und Vize-Präsident Hans Schmitz auf Kreuzfahrt schippert, vertraten Siegfried Mühlenweg und Kreishandwerksmeister Hans-Günter Lamm die Zünfte. Für Arminia am Ball: Albrecht Lämmchen, für die IHK Präsident Ortwin Goldbeck und Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff.
Neue Westfälische / 07.12.2007
Fünf Köche und ein Kochtopf (los)
Viele Köche verderben den Brei? Nein, der Rotkohl, den diese fünf Herren noch einmal umrührten, bevor er an die Gäste verteilt wurde, schmeckte ebenso gut wie der dazu servierte Gänsebraten: IHC-Präsident Dirk U. Hindrichs (Schüco-Gruppe), IHC-Geschäftsführer Erhard Kiezewski, die beiden Bürgermeister Horst Grube (SPD und Detlev Helling (CDU) sowie SPD-Fraktionschef Pit Clausen jedenfalls hatten Spaß an der kleinen Koch-Einlage in der Küche des Lessinghauses. Das festliche Essen, zu dem der Industrie- und Handelsclub (IHC) Bielefeld jetzt wieder eingeladen hatte, ist schon so etwas wie eine kleine vorweihnachtliche Tradition.
Launig schaut Präsident Hindrichs stets bei dieser Gelegenheit einmal zurück ins abgelaufene Jahr, bevor er einen kleinen Überblick über das Vortragsprogramm des kommenden Jahres gibt. Auf der wieder sehr prominent besetzten Rednerliste beim IHC im Jahr 1008 sind auch bekannte Politiker zu finden wie NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Aber auch bedeutende Wirtschaftskapitäne kommen nach Bielefeld, um vor dem IHC zu sprechen. Zum Beispiel der ehemalige Chef des Metro-Konzerns, Hans-Joachim Körber, der neue Metro-Chef Eckhard Cordes, Air-Berlin-Chef Joachim Hunold, Versandhaus-Besitzer Michael Otto und Franz Fehrenbach, Vorsitzender der Geschäftsführer der Bosch-Gruppe. Der Club hat übrigens inzwischen mehr als 800 Mitglieder.
Westfalen-Blatt / 07.12.2007
`Gans´ gesellig (WB/in)
Jahresabschlussessen des IHC
"Gans" gesellig gab sich der Industrie- und Handelsclub beim traditionellen Gänseessen im Lessinghaus. Für die "gans" gute Stimmung sorgte Präsident Dirk U. Hindrichs mit seinem Vortrag des Heinz-Erhard-Gedichts von der Weihnachtsgans.
Eingerahmt von Porreesüppchen und Dessert, umgeben von Apfel und Klos, von Rotkohl und Rosenkohl erfreute der Gänsebraten zum Jahresabschluss etwa 60 IHC-Mitglieder. 2008 beginnt mit dem Neujahrsempfang, zu dem Oberbürgermeister Eberhard David die Rede halten wird. Danach haben sich wieder einige Top-Referenten angesagt. Dazu gehören der Chef von Air Berlin, Joachim Hunold, NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sowie Ex-Metro-Chef Hans-Joachim Körber.
Westfalen-Blatt / 28.11.2007
Regionale Unternehmen brauchen eine private FH
Zahlreiche Gäste haben sich gestern aus erster Hand über die Bedeutung einer privaten Fachhochschule für regionale Unternehmen informiert. Zu diesem Thema sprachen Prof. Dr. Franz Wagner, Rektor der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW), und Prof. Dr. Katrin Heidemann, Leiterin der Bielefelder FHDW, im Technologiezentrum an der Meisenstraße. Wagner studierte Informatik, Mathematik und BWL und ist Experte für Unternehmenstrategie und Personalmanagement. Katrin Heidemann studierte BWL und führte ein Unternehmen. Eingeladen hatte der Industrie- und Handelsclub OWL, vertreten durch Geschäftsführer Erhard Kiezewski und Präsidiumsmitglied Dr. Dieter Wirths.
Westfalen-Blatt / 20.11.2007
Müller hielt Vortrag mit sechsmonatiger Verspätung
Eigentlich wollte der saarländische Ministerpräsident Peter Müller seinen Vortrag über die zunehmende Individualisierung der Gesellschaft bereits am 22. Mai vor dem Industrie- und Handelsclub im Lessinghaus halten. Damals verhinderte ein Unwetter im Ruhrgebiet sein pünktliches Erscheinen. Die Veranstaltung musste abgesagt werden. Dafür wurde er jetzt mit sechsmonatiger Verspätung nicht minder herzlich von Präsident Dirk U. Hindrichs, Vize Dr. Reinhard Zinkann, Walter Tacke und Geschäftsführer Erhard Kiezewski begrüßt. "Das Saarland gehört auch noch zu den neuen Bundesländern, kam schließlich erst 1957 zur Bundesrepublik", stellte der Politiker zunächst seine Heimat vor.
Westfalen-Blatt / 20.11.2007
Der Staat reagiert regulierungswütig (Michael Schläger)
Peter Müller spricht in Bielefeld
Durch die wachsende individuelle Freiheit sinke in der Gesellschaft die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Diese Kernthese formulierte gestern Abend der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) in einem Vortrag vor dem Bielefelder Industrie- und Handelsclub (IHC).
Immer mehr gesellschaftliche Gruppen nähmen für sich individuelle Freiheitsrechte in Anspruch, sagte Müller. Auch der aktuelle Streik der Lokführer stehe für diese Entwicklung. "Wir erleben an diesem Beispiel die Auswirkungen von Individualisierung und Segmentierung." Eine kleine Gruppe wolle ihre Spezialinteressen durchsetzen.
Doch der Hang zu immer mehr individueller Freiheit und Selbstverwirklichung führe auch dazu, dass immer mehr Verantwortung an das "politische Kollektiv" abgegeben werde. "Dabei reagiert der Staat regulierungswütig, wenn alles auf ihn abgeschoben wird", sagte der Christdemokrat, der seit 1999 die saarländische Landesregierung führt. Die Vorschriften der Europäischen Union seien dafür oft ein Beleg.
Von dem Bazillus, "Verantwortung an der Garderobe abzugeben", sei auch die Wirtschaft infiziert. Dabei hätten gerade die Unternehmer eine hohe gesellschaftliche Verantwortung, wenn es etwa um den Erhalt von Arbeitsplätzen gehe. Halte die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung an, könne dies zu einer permanenten Überforderung des politischen Systems führen.
Der Trend zur Individualisierung mache sich auch in Wahlentscheidungen bemerkbar: "Früher mussten die Parteien um fünf Prozent Wechselwähler kämpfen. In Zukunft gibt es vielleicht nur noch fünf Prozent Stammwähler." Wahlen würden überproportional von aktuellen und oft persönlichen Befindlichkeiten beeinflusst.
Neue Westfälische / 20.11.2007
Polit-Prominenz im Doppelpack (Lothar Schmalen)
Ministerpräsident Müller und Gesundheitsministerin Schmidt gestern in Bielefeld
Der Tag in Bielefeld war gestern geprägt vom Besuch prominenter Politiker. Während am Nachmittag eine der bekanntesten deutschen Politikerinnen überhaupt, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD), einem vorwiegend sozialdemokratischen Publikum die Gesundheitsreform zu erklären versuchte, glänzte am Abend der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) mit einer temperamentvollen Rede vor dem Industrie- und Handelsclub (IHC).
Müller hatte schon am 22. Mai vor dem IHC sprechen sollen, doch Autobahn-Staus und ein Unwetter im Ruhrgebiet hatten seine Ankunft in Bielefeld verhindert. Auch gestern zitterten die Gastgeber, als der Ministerpräsident zum geplanten Beginn der Veranstaltung noch nicht da war. Mit 15-minütiger Verspätung traf der Tross, der Müller vom Flughafen Düsseldorf nach Bielefeld brachte, dann ein.
Das Thema des Ministerpräsidenten war der Klassiker eines konservativen Politikers: das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl. Die Individualisierung der Gesellschaft habe zur Folge, dass Freiheit und Verantwortung immer weiter auseinanderfielen. Während jeder in der Gesellschaft nur noch die eigenen Interessen vertrete, werde die Verantwortung an der Garderobe der Politik abgegeben. Wenn aber der Staat verantwortliches Handeln regeln müsse, dürfe man nicht über die zunehmende Regelungswut der Behörden klagen. Müller nahm vor dem IHC auch die wirtschaftlichen Eliten ins Gebet: Es gelte unter Managern längst als Qualitätsbeweis, das Eigeninteresse nur effizient genug umzusetzen. "Tüchtigkeit und Tugend fallen offenbar immer mehr auseinander", sagte Müller. Zum Thema millionenschwere Abfindungen für gescheiterte Manager: Es wäre besser, wenn die wirtschaftlichen Eliten dieses Problem selbst lösen würden, bevor der Staat sich gezwungen sehe, dies mit einer gesetzlichen Grenze von Abfindungen zu regeln.
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