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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine rund 880 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 11. November 2017 zum 20. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Jahr für Jahr mehr als 800 Gäste teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

Zu Gast im Dr. Wolff Institut (v.l.): IHC Präsidiumsmitglied Christoph Mohn, Gastgeber und IHC Präsidiumsmitglied Eduard R. Dörrenberg, Referent Stephan Sturm, IHC Präsidiumsmitglied Jörg-Uwe Goldbeck.

05.04.2017 | IHC Vortrags- und Diskussionsveranstaltung Stephan Sturm, Vorstandsvorsitzender Fresenius SE & Co. KG aA, Bad Homburg

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Raus aus dem Krankenhaus

Stephan Sturm, Vorstandsvorsitzender von Fresenius, über die Zukunftsbranche Gesundheit

Es waren beeindruckende Zahlen, die Stephan Sturm den mehr als hundert IHC Mitgliedern und Gästen präsentierte: 28 Milliarden Euro Umsatz, 220.000 Mitarbeitende in über 100 Ländern, ein gesundes Wachstum aus eigener Kraft von rund sechs Prozent pro Jahr, ein Unternehmenswert von 76,5 Milliarden Euro. Der Vorstandsvorsitzende des DAX-Unternehmens Fresenius Management SE stellte anschaulich die vier Geschäftsfelder Fresenius Medical Care, Fresenius Helios, Fresenius Kabi und Fresenius Vamed vor. Anschließend zeigte Stephan Sturm, was in Zukunft in der Gesundheitsbranche auf uns zukommt und stellte einige polarisierende Thesen auf.

Im umsatzstärksten Geschäftsbereich Medical Care bietet Fresenius alles rund um das Thema Nierenversagen. Weltweit werden über 300.000 Patientinnen und Patienten in 3.000 Dialysekliniken behandelt. Die Fresenius Kabi produziert als Anbieter von Infusions- und Ernährungstherapie rund 500.000 Infusionslösungen pro Tag. Daneben ist der Konzern mit Fresenius Helios allein in Deutschland einer der größten privaten Krankenhausbetreiber, in denen jährlich ca. 5,2 Millionen Patienten behandelt werden. Der vierte Geschäftsbereich Fresenius Vamed beschäftigt sich mit der weltweiten Entwicklung, dem Bau und der Ausrüstung von Krankenhäusern und sorgt damit für den Aufbau einer Krankenhausinfrastruktur in Entwicklungsländern wie Papua-Neuguinea, Ecuador oder Tansania.

Das anhaltende Wachstum des Konzerns erklärte Stephan Sturm mit drei Entwicklungen: dem substantiellen Bevölkerungswachstum in den Schwellen- und Entwicklungsländern, der substantiellen Alterung in den westlichen Ländern und der zunehmenden Fettleibigkeit. 39 Prozent der Weltbevölkerung ist heute übergewichtig und somit gefährdet, an Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenversagen zu erkranken. Daher steigt der Anteil der Gesundheitsausgaben in den entwickelten Ökonomien stetig.

Budgetbeschränkung bei gleichzeitig steigender Qualitätsanforderung führt unweigerlich zu einem Margendruck, dem Fresenius mit nachhaltigem Mengenwachstum begegnet. „Größe ist wichtig: Wir haben den besseren Überblick und ein Ohr für Trends. Wir können Risiken rechtzeitig erkennen und pro aktiv managen."

Risiken zum Vorteil nutzen: Zum Beispiel, wenn die öffentliche Hand zunehmend versucht, das Risiko abzuschirmen und an private Dienstleiter abzugeben. Hier hat die Fresenius Medical Care das Potenzial erkannt und baut das Produktspektrum im Bereich Versicherungsdienstleistung aus. Schon heute bekommt Fresenius als Betreiber des Universitätsklinikums Fundación Jiménez Díaz im Herzen Madrids zu Jahresbeginn eine Pauschalvergütung der Provinzregierung und ist damit für 440.000 Menschen verantwortlich.

„Ein Krankenhaus ist ein gefährlicher Ort. Wir setzen daher alles daran, die Verweildauer zu reduzieren.“ Diese liegt in Deutschland im Schnitt bei knapp acht Tagen, in anderen Ländern bei unter vier. „Wir haben in Deutschland eine Überversorgung. Der Trend geht von der stationären Versorgung in eine ambulante. Wir werden eine Umschichtung erleben.“ Weitere Trends sieht Stephan Sturm in der „Prävention in Eigenregie“: In Spanien seien Arbeitgeber beispielsweise verpflichtet, ihre Mitarbeitenden alle zwei Jahre zum Gesundheitsvorsorgecheck zu schicken.

Zudem prognostiziert Sturm eine Reduzierung der Zahl der Krankenhäuser – nicht zuletzt, weil bei einer anstehenden Behandlung „Qualität“ als Auswahlkriterium über „örtliche Nähe“ steht. „Kleine Kliniken müssen sich fokussieren. Wer weniger als 500 Geburten im Jahr durchführt, muss die Geburtsabteilung schließen.“ Denn mehr Fälle sorgen für mehr Erfahrung, einen optimalen Behandlungspfad und dadurch für eine höhere Qualität.

Als letzten großen Trend nannte Stephan Sturm die Digitalisierung in Form von Telemedizin. „Eine Zweitdiagnose über Distanzen hinweg oder eine Nachsorgeuntersuchung, ohne dass der Patient sich in Bewegung setzen muss – das ist nicht nur Service. Es macht Qualitätsmedizin für alle bezahlbar.“

Der IHC dankt der Dr. August Wolff GmbH & Co. KG für die Gastfreundschaft im Dr. Wolff-Institut.

Text: Julia F. Negri / Fotos: Susanne Freitag

 


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