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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine rund 880 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 11. November 2017 zum 20. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Jahr für Jahr mehr als 800 Gäste teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

Geballte Handwerkskompetenz (v. l.): IHC Präsidiumsmitglied Dr. Harald Schlüter, Hans Peter Wollseifer, Präsidentin Lena Strothmann und Dr. Jens Prager, der im August die Nachfolge von Hauptgeschäftsführer Michael Heesing antritt.

02.05.2017 | IHC Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
Peter Wollseifer
, Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), Berlin

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Siehe auch Berichterstattung unter Medienresonanz.

 „Wir geben allen eine Chance!“

Peter Wollseifer, Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), sieht das moderne Handwerk als Partner für Wirtschaft und Gesellschaft

Dem Handwerk in Deutschland fehlt der Nachwuchs – bis 2020 werden einer Studie zufolge bundesweit 1,8 Millionen Fachkräfte fehlen. Nach Berechnungen des Bundesinstituts für Berufsbildung (Bibb) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) werden bis zum Jahr 2030 allein in Elektro- und Versorgungsberufen rund 760.000 Erwerbspersonen fehlen. Und auch das Thema Nachfolge ist ein Sorgenkind: Mehr als 180.000 Inhaber suchen in den nächsten fünf Jahren eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger. Das ergab eine Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZdH).

„Wirtschaft und Gesellschaft. Handwerk als Partner“, lautete der Vortrag, den Peter Wollseifer, Präsident Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), vor den Mitgliedern und Gästen des IHC in den Räumen des Campus Handwerk hielt. „Diese Gebäude steht exemplarisch für das moderne Handwerk – und zwar sowohl architektonisch als auch in Ausstattung und Lehrangebot“, lobte Peter Wollseifer seine OWL-Kollegen. In seinem Vortrag zeigte er anschaulich, welchen Einfluss das Handwerk in Deutschland auf Gesellschaft und Wirtschaft ausübt und mit welchen Maßnahmen gegen den dramatischen Nachwuchsmangel und für gute Rahmenbedingungen gekämpft wird.

Beispiel Flüchtlinge. 4.600 haben bis dato einen Ausbildungsvertrag unterzeichnet. Daneben wurden zahlreiche Praktikumsplätze und Facharbeiterjobs vergeben. Peter Wollseifer sieht darin die hohe Integrationskraft des Handwerks, weiß aber auch, dass die Flüchtlinge „frühestens die Fachkräfte von übermorgen sein können.“ Sie müssen das Werte-, Rechts- und Arbeitssystem in Deutschland kennenlernen und verstehen – und vor allem Deutsch lernen. „Wir haben einen gesellschaftlichen Auftrag, den wir wahrnehmen. Wir geben allen eine Chance, die gewillt sind, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und Leistung zu erbringen.“

Das gilt auch für Migrantinnen und Migranten. Bereits 30 Prozent aller Auszubildenden im Handwerk haben heute einen Migrationshintergrund. Die Handwerkskammern reagieren darauf zum Beispiel mit Initiativen wie „Handwerk integriert Migranten“ und mehrsprachigem Ausbildungsangeboten. In Zukunft wird das Handwerk zudem vermehrt Arbeitskräfte aus dem Ausland gezielt anwerben müssen, dafür sei eine Anpassung des Zuwanderungsrechts unerlässlich.

Um mehr junge Menschen für einen Handwerksberuf zu gewinnen, setzt der Zentralverband des Deutschen Handwerks auf mehrere Maßnahmen. So soll das „Berufsabitur“ zur Bildungsmarke gemacht werden. Ein triales Studium ermöglicht es in viereinhalb Jahren, die Gesellen- und die Meisterprüfung sowie einen Bachelor in Handwerksmanagement zu erwerben. Die Förderung der Digitalisierung im Handwerk soll durch vier Kompetenzzentren verstärkt werden. Auf der Agenda stehen außerdem die bessere Ausstattung der Berufsschulen und der kostenfreien Meisterbrief. „Der Meisterbrief ist unverzichtbar. Er ist das Sprungbrett zum beruflichen Erfolg“, betonte Peter Wollseifer in Hinblick auf das EU-Dienstleistungspaket.

Generell setzt sich der Zentralverband des Deutschen Handwerks politisch stark für bessere Rahmenbedingungen ein, zum Beispiel in puncto Flexirente, Erbschaftssteuer, Mängelrecht oder Insolvenzanfechtungsrecht. Auch wird ein Erhalt und Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in ländlichen Gebieten gefordert, was für Handwerksbetriebe unerlässlich ist, wenn sie nicht den Anschluss an städtische Regionen verlieren wollen. Das betrifft im Zeitalter der Digitalisierung vor allem den Breitbandausbau. Beide Aspekte sind Bestandteil der „Wahlprüfsteine des Handwerks“, die die ZDH-Vollversammlung mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl verabschiedet hat. „Die Politik unterstützt uns auf allen Ebenen und von allen Seiten.“

Text: Julia F. Negri /Fotos: Christian Weische


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