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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine rund 880 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 11. November 2017 zum 20. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Jahr für Jahr mehr als 800 Gäste teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

09.09.2017 | Neue Westfälische

Spannender als das TV-Duell

Wahlkampf: Die Bundestagskandidaten des Kreises Gütersloh stellten sich den Fragen der Unternehmer. Dabei wurde deutlich, dass sich die Politik nicht nur auf die Themen Zuwanderung und innere Sicherheit beschränkt
Wirtschaft trifft Politik: Dr. Markus Miele (Unternehmerverband, Philip Winkler (FDP), Bernd Kirmes (Freie Wähler), Dr. Jürgen Wächter (Die Grünen), Dr. Christoph von der Heiden (IHK), Elvan Korkmaz (SPD), Alexander Hakenholt (IHC Regionalkreis Gütersloh), Burkhard Marcinkowski (Unternehmerverband), Moderator Thorsten Wagner und Ralph Brinkhaus (CDU). Es fehlt Shen Ibrahimsadeh (Die Linke).


Kreis Gütersloh. Rund 150 heimische Unternehmerinnen und Unternehmer waren jetzt einer Einladung der Industrie- und Handelskammern (IHK) Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld sowie des Unternehmerverbandes für den Kreis Gütersloh in das A2 Forum nach Rheda-Wiedenbrück gefolgt, um der Politik aus Sicht der heimischen Wirtschaft auf den Zahn zu fühlen. An der Podiumsdiskussion nahmen die Bundestagskandidaten des Kreises Gütersloh Ralph Brinkhaus (CDU), Shen Ibrahimsadeh (Die Linke), Bernd Kirmes (Freie Wähler), Elvan Korkmaz (SPD), Dr. Jürgen Wächter (Bündnis 90/Die Grünen) und Philip Winkler (FDP) teil. AfD-Kandidat Udo Hemmelgarn musste die Veranstaltung kurzfristig absagen. Fachkundig moderiert wurde die Runde von dem auch in dieser Region bekannten Journalisten Thorsten Wagner.

Dr. Markus Miele, Vizepräsident der IHK Ostwestfalen und Vorsitzender des Unternehmerverbandes, stellte trotz einer zur Zeit hohen Beschäftigungsquote und Steuereinnahmen in Rekordhöhe die Frage, ob diese Entwicklung zukünftig weiter anhalte angesichts vieler offener Fragen. Beispielhaft nannte er die Energiewende, die Frage nach sicheren Renten, den demografischen Wandel, die Flüchtlingsfrage oder den Brexit. Hier seien Volksvertreter gefragt, die sich den anstehenden Problemen stellen und die eine dringend notwendige neue Gestaltungsfähigkeit mit sich brächten, so Miele.

Hatten die Kandidaten in den ersten zwei Gesprächsrunden noch Gelegenheit, sich privat vorzustellen und ihre persönlichen politischen Profile zu schärfen, schaltete Thorsten Wagner danach den Gang höher und konfrontierte die Runde mit konkreten Themen.

Was machen mit den hohen Steuereinnahmen - investieren oder Schuldenabbau? Setzen wir im Wahlkampf auf die richtigen Themen oder haben wir uns kuschelig eingerichtet in der Komfortzone des täglichen Lebens? Wie halten wir Deutschland wettbewerbsfähig bei fortschreitender Globalisierung? Was muss angepackt werden, um Bewährtes und Vorhandenes zu erhalten, und was investiert werden für sichere wirtschaftliche Zukunftsperspektiven? Im Spannungsfeld dieser Themenkomplexe gab es unter den Kandidaten durchaus Übereinstimmungen, abweichende Positionen wurden aber auch sichtbar.

Ralph Brinkhaus stellte heraus, dass man nicht in der Vergangenheit verharren dürfe. Er wünsche sich einen Wahlkampf, in dem nicht Ängste geschürt, sondern Lust auf Zukunft gemacht werde. Vollbeschäftigung und gut bezahlte Arbeitsplätze, Generationengerechtigkeit und Chancen für die Jungen benannte er als seine Ziele. Zudem müssten die Sozialversicherungskosten konstant gehalten werden, damit Unternehmen und Arbeitnehmer nicht zusätzlich belastet werden. Da der Kreis Gütersloh ländlich geprägt sei, sei für ihn der Straßenausbau wichtig. Finanzschwache Kommunen müssten gestärkt werden. Die Union, so der CDU-Bundestagsabgeordnete, müsse das Land zusammenhalten.

Für Shen Ibrahimsadeh sind soziale und ökologische Nachhaltigkeit wichtige politische Ziele, sowie eine Rentenreform. Zugleich bedauerte er das geringe Interesse junger Menschen an der Politik.

Bernd Kirmes plädierte für einen konsequenten Schuldenabbau, den Ausbau des Straßennetzes und warb für ein komplett neues Steuersystem. Nicht die Arbeit, sondern das Kapital müsse stärker besteuert werden.

Elvan Korkmaz forderte mehr soziale Gerechtigkeit. Geringverdiener seien steuerlich zu entlasten, der "Soli" müsse abgesenkt werden. Gleichzeitig müsse in Infrastruktur und freie Bildung investiert und der Mittelstand stärker unterstützt werden. Im Wahlkampf werde zu wenig über Deutschland geredet. Die Leistungsträger seien die Arbeitnehmer und die Unternehmer. Die stellvertretende SPD-Landesvorsitzende lobte den unternehmerischen Einsatz bei der Ausbildung Jugendlicher, mahnte aber an, dass Arbeitnehmer von den guten Unternehmensergebnissen auch profitieren müssten. Nur so könnten Familien gestärkt werden, zeigte sich Korkmaz überzeugt.

Jürgen Wächter betonte, dass die komplexen Probleme nicht mit einfachen Antworten gelöst und nicht verkürzt dargestellt werden können. Bürokratie und Überregulierung hemmten Entwicklungsprozesse, überschüssige Steuereinnahmen sollten zu einem Teil zu Steuersenkungen führen und zum anderen Teil in Infrastrukturmaßnahmen und Bildung fließen. Politik, so Wächter weiter, müsse wieder stärker auf die Menschen zugehen.

Philip Winkler forderte Steuerentlastungen und Steuergerechtigkeit ein und stellte die Frage nach dem "German Mut". Wo seien deutsche Firmen beim Aufbau digitaler Infrastruktur, wo bei der E-Mobilität? Der Ausbau des Straßen- und Schienennetzes sei voranzutreiben. Zudem wolle er sich für weltbeste Bildung einsetzen.

Am Ende dankte Markus Miele den Bundestagskandidaten für ihre Bereitschaft, sich den Fragen zu stellen und für die differenzierten Sichtweisen. Für ihn sei diese Podiumsdiskussion spannender gewesen, als das TV-Duell vom vergangenen Wochenende.