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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine rund 880 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 11. November 2017 zum 20. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Jahr für Jahr mehr als 800 Gäste teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

10.11.2017 | Westfalen-Blatt

Nestlé-Chef stellt sich in Bielefeld der Kritik

Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Privatisierung von Wasser: Ulf Mark Schneider verteidigt Maßnahmen des Konzerns
Nestlé-Chef Ulf Mark Schneider (rechts) lobte Eduard R. Dörrenberg (Dr. Wolff) und die Region OWL: »Sie zählen zur Spitze, was unternehmerisches Talent in Deutschland angeht.« Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld (WB). Ulf Mark Schneider, seit 1. Januar Chef des weltweit größten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, stellt sich der teils heftigen Kritik am Schweizer Unternehmen. Das zeigte der 52-Jährige bei einer Diskussionsrunde des Industrie- und Handelsclubs (IHC) Ostwestfalen-Lippe in den Räumen der Dr. Wolff-Gruppe in Bielefeld. Gastgeber vor etwa 140 Zuhörern war dort Eduard R. Dörrenberg, Geschäftsführender Gesellschafter bei Dr. Wolff (»Alpecin«, »Alcina«).

Privatisierung von Wasser, Umweltschutz, Nachhaltigkeit: Schneider nahm zu diversen Themen Stellung. So habe der Konzern den weltweit beachteten Skandal um aggressives Werben für Babymilch in Entwicklungsländern in den 70er Jahren noch nicht überwunden, sagte er. »Seitdem versucht sich Nestlé zum Vorbild zu machen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Für das Gute, was bereits gemacht wurde, werde ich mich weiter einsetzen.«

Dazu gehöre für ihn ebenso der Aufkauf von Wasserrechten weltweit. »Es ist für mich nachvollziehbar, dass es Interessengruppen gibt, die anders denken. Allerdings bietet die Plastikflasche in vielen Ländern der Welt die Chance auf gesundes, sauberes Wasser. Wir erfüllen damit einen Kundennutzen«, sagte Schneider.

In seinem Vortrag hatte der Top-Manager zuvor über Herausforderungen globaler Unternehmen gesprochen. Er sei »bekennender Internationalist«, betonte Schneider. Gleichwohl habe er längst einen Trend zu »regionaler Verwurzelung« ausgemacht. »Alles, was international ist, muss sich heute bei den Konsumenten erst rechtfertigen. Der Realist in mir sagt, dass die nächsten Jahre von einem Rückbesinnen auf lokale Märkte geprägt werden. Eine große Herausforderung für globale Unternehmen wie Nestlé.«

Patentrezepte habe er zwar nicht. Es sei indes wichtig, stärkere internationale Führungskräfte zu entwickeln. »Wie soll ein deutscher Mann wissen, was eine Hausfrau in Vietnam kaufen will?«, fragte Schneider. Die veränderte politische Lage – Katalonien-Krise, Brexit, das mögliche Aus des nordamerikanischen Freihandelsabkommens Nafta – stelle Giganten wie Nestlé ebenso vor große Aufgaben. Er glaube daran, dass es »in zahlreichen Branchen eine Renaissance kleiner und mittelständischer Unternehmen geben wird, die gar nicht international tätig sein wollen«.

Ulf Mark Schneider selbst galt einst als Wunderkind der Branche, studierte in St. Gallen und Harvard und machte sich an der Konzernspitze von Fresenius einen Namen. Er ist seit 2003 US-Bürger und seit langer Zeit der erste Konzernleiter Nestlés ohne Vergangenheit im Unternehmen.