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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine mehr als 900 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 10. November 2018 zum 21. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Hunderte von Gästen aus der Region teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

21.11.2017 | Westfalen-Blatt

Unterwegs zur Gesellschaft 5.0

Unternehmertag: BDI-Präsident Dieter Kempf mahnt, bei der Digitalisierung nicht den Anschluss zu verlieren. Mit den Jamaika-Unterhändlern in Berlin geht er hart ins Gericht
Deutliche Worte in Richtung Berlin: BDI-Chef Dieter Kempf sprach beim Unternehmertag. Foto: franke

Bielefeld. Es dauert. Eine knappe Stunde spricht BDI-Chef Dieter Kempf über Digitalisierung. Über Chancen, Risiken und die Angst, die deutsche Wirtschaft könne sich abhängen lassen. Ein Aufreger ist das nicht wirklich.

Aber dann knöpft sich der Redner beim Unternehmertag in der Bielefelder Stadthalle doch noch die Jamaika-Sondierer vor. Bis zum Samstag habe er die Gespräche mit Zuversicht verfolgt. Seit dem krachenden Scheitern sei er aber "zutiefst enttäuscht". Bitter klingt das. Er sei nicht "blauäugig", versichert er. "Aber ich kann nicht verstehen, warum man sich nicht auf jene Punkte einigen konnte, bei denen die Verhandlungspartner eng beieinander sind." Viel zu sehr habe man sich festgebissen an den Themen Migration, Energie und Klima.

»Vertrauen in die Kräfte der Marktwirtschaft«

"Die Politik muss wieder lernen, Vertrauen in die Kräfte der Marktwirtschaft zu haben", fordert der BDI-Chef. Es gelte, die "kreative Kraft" zu nutzen. Diese markigen Jamaika-Sätze sind es, die von Kempfs Vortrag in Erinnerung bleiben werden.

Diese Sätze - und der Begriff "Society 5.0". Den habe ein japanischer Manager bei der Hannover Messe geprägt. "Wobei ich nicht weiß, wofür die 5 in 5.0 steht", räumt Kempf ein. "Hat vielleicht etwas mit der japanischen Kaiser-Dynastie zu tun", witzelt er. Dem BDI-Mann geht es aber ohnehin um den Begriff "Society", also "Gesellschaft". Dieser Begriff mache deutlich, dass es bei der Digitalisierung keineswegs nur um die Industrie gehe, sondern um die gesamte Gesellschaft. Niemand dürfe eben glauben, die Digitalisierung betreffe nur die Wirtschaft, möglicherweise gar nur die Industrie.

"Wer noch nicht bei der Digitalisierung dabei ist, für den wird es schwer, noch rechtzeitig aufzuspringen." Nicht einmal die Produzenten von Dachrinnen oder von Stäben für Zahnräder blieben von der Digitalisierung ausgespart, mahnt Kempf.

Er wisse, dass OWL in puncto Innovation recht weit vorn sei. Einen Grund, sich auszuruhen, gebe es aber weder für OWL, noch für den Rest der Republik. Allerdings auch nicht für die vermeintlich führenden Unternehmen aus dem kalifornischen Silicon Valley. Wer glaube, die US-Unternehmen verfügten über die größten digitalen Plattformen, der liege falsch.

»Ich sage unseren Freunden: Zieht euch warm an«

Der chinesische Online-Händler Alibaba sei schon jetzt der größte weltweit. Dass dies noch nicht ins westliche Bewusstsein gedrungen sei, liege daran, dass Alibaba für sein Wachstum der Kundenstamm der chinesischen Milliarden-Bevölkerung noch ausreiche. Das werde sich ändern. "Ich sage unseren amerikanischen Freunden: Zieht euch warm an." Grundverkehrt ist es aus Kempfs Sicht, Google und Co. Zugang zu den Schnittstellen zu gewähren, an denen Europa noch führend sei. "Überhaupt kein Verständnis" habe er dafür, dass deutsche Autobauer für das autonome Fahren auf Kooperationen mit Google setzten. "Diese Schnittstellen müssen wir für uns sichern." Denn auf die digitale Vernetzung der Menschen werde die digitale Vernetzung der Maschinen folgen. "Wir sind mittendrin im Thema Industrie 4.0"