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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine mehr als 900 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 9. November 2019 zum 22. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Hunderte von Gästen aus der Region teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

Temperamentvolle Diskussionen (v.l.): IHC Geschäftsführerin Susanne Schaefer-Dieterle, IHC Präsident Dr. Reinhard Ch. Zinkann, Referent General a D. Wolf-Dieter Langheld.

16.04.2013 | IHC Vortrags- und Diskussionsveranstaltung
Wolf-Dieter Langheld, General a.D. des Heeres der Bundeswehr

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Die NATO – kein Auslaufmodell!

General a.D. Wolf-Dieter Langheld über veränderte Anforderungen im NATO-Bündnis

 

Die Welt hat sich massiv verändert seitdem der Nordatlantikvertrag im April 1949 unterzeichnet und die NATO als internationales Staaten-Bündnis besiegelte wurde. Länder, Regierungen und Kulturen entwickeln sich stets weiter – und beeinflussen dabei die derzeit 28 NATO-Mitglieder und deren Grundinteressen. Mit seinem Vortrag „Die NATO – ein Auslaufmodell? Kritische Gedanken zu einer erfolgreichen Allianz“ stellte Wolf-Dieter Langfeld, General a.D. des Heeres der Bundeswehr, zur Debatte, ob die NATO überhaupt noch zeitgemäß ist – und gewährte den rund 90 IHC Mitgliedern und Gästen viele Insider-Einblicke in seine bewegende militärische Laufbahn.

IHC Präsident Dr. Reinhard Ch. Zinkann stellte den ehemaligen Vier-Sterne-General vor: Langfeld war bis Ende 2012 Befehlshaber des NATO-Hauptquartiers für die Einsatzplanung aller weltweiten Einsätze (NATO Allied Joint Force Command) mit Sitz im niederländischen Brunssum. Die Region Ostwestfalen-Lippe lernte er als General der Panzerbrigade 21 in Augustdorf zwischen 1999 und 2002 schätzen, absolvierte auch in dieser Zeit Auslandseinsätze im Rahmen der KFOR als Kommandeur des dortigen deutschen Heereskontingents und der Multinationalen Brigade Süd in Prizren.

Was waren die früheren Ziele der NATO? Im Rückblick verwies Langheld unter anderem auf den ersten NATO-Generalsekretär Baron Ismay, der vor mehr als 60 Jahren das damalige Ziel für Europa wie folgt auf den Punkt brachte: „ [...] to keep the Russians out, the Americans in, and the Germans down.“ Doch wofür steht die NATO heute, was ist ihre aktuelle Existenzberechtigung? Wovor kann sie uns heute noch schützen, wo die ehemaligen Gegner doch quasi verloren gegangen sind?

Das gemeinsame Interesse aller Bündnispartner sei entscheidend für eine sinnvolle Zielsetzung. Der NATO-Rat fällt seine Entscheidungen gleichberechtigt mit den Vertretern der Mitgliedsstaaten. Dabei muss Einstimmigkeit herrschen, das Interesse aller eine Schnittmenge bilden. Nur so kann das Bündnis aktiv werden. Doch der gemeinsame Nenner ist bei unterschiedlichen nationalen Prioritäten nicht immer einfach zu finden. Während sich Norweger um die Sicherheit im nördlichen Polarmeer sorgen, empfinden Polen, Estland, Litauen, Lettland eine Bedrohung durch die Diktatur Weißrusslands, die übrigen NATO-Partner sehen dies wiederum differenzierter.

Auch für den Schutz der Seewege müsse gesorgt und „Cyber Defence“ gewährleistet werden. Zudem sollten Anforderungsprofile sowie militärische Fähigkeiten mehr thematisiert sowie Operationen im Vorfeld bestmöglich durchgeplant werden („Smart Defence“). Der Betrieb und die Instandsetzungen der unterschiedlichen Streitkräfte und Dienstposten sind teuer, dort sei gute Planung gefragt. Das „State of the Art“ jeder Nation sollte dem gesamten Bündnis zugute kommen. Doch es ist laut Langheld immer noch ein langer Weg, bis „auf einer französischen Fregatte mit niederländischen Hubschraubern, einem litauischen General und deutschen Gefreiten alle diesen Zusammenschluss begrüßen.“ Denn die eigenen Landsleute kommen im Herzen stets vor dem europäischen Gedanken.

Die Afghanistan-Operation sieht Langheld auf einem guten, sicheren Weg. Die dortige Polizei und die Armee würden ab 2014 größtenteils selbst für die lokale Sicherheit sorgen. Auch stehe mittlerweile über 50 Prozent des Landes Internet zur Verfügung. Die Allianz verbuche weitere Erfolge: Am Hindukusch haben 20 Streitkräfte die Einsätze militärisch unterstützt, ohne NATO-Mitglieder zu sein. Laut Landwehr werde so kein Gegner oder Feind benötigt, um das Bündnis zu rechtfertigen. Seine Position: Die Nato ist definitiv kein Auslaufmodell!

Abschließend bekräftigte Dr. Reinhard Ch. Zinkann, dass er gerne unter dem ehemaligen Nato-Kommandeur gedient hätte und lobte dessen kraftvollen, charismatischen Vortrag. In der Fragerunde wurden unter anderem die Grenzen absoluter Sicherheit im Terrorismusfall thematisiert. Bei einer Nachfrage zur Abschaffung der Wehrpflicht wies Langfeld darauf hin, dass die Konsequenzen erst in frühestens zehn Jahren umfassend beurteilt werden könnten.

Text: Sandra Hankel / Fotos: Susanne Freitag

 


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