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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine mehr als 900 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 9. November 2019 zum 22. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Hunderte von Gästen aus der Region teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

Jürgen Trittin mit den IHC Präsidiumsmitgliedern (v.l.): Dr. Alfred Oetker, Christoph Mohn und Dr. Dieter Wirths.

22.05.2013 | IHC Special: Bundestagswahl 2013
Jürgen Trittin,
Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen

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siehe auch Berichterstattung unter Medienresonanz.

„Dieses Land muss gerechter werden“

Spitzenkandidat Jürgen Trittin verteidigt beim IHC „grüne Steuerpläne“

 

Im Streit über das geplante Steuerkonzept der Grünen wehrt sich die Partei mit Nachdruck gegen Vorwürfe aus der Wirtschaft. Die Kritik an den Steuerplänen sei unberechtigt und „statistisch unzulässig“, sagte Jürgen Trittin, Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, bei der Auftaktveranstaltung des „IHC Special: Bundestagswahl 2013“ in Bielefeld.

„Wir entlasten alle Bürgerinnen und Bürger, die weniger als 60.000 Euro im Jahr verdienen“, argumentierte Trittin Dies seien immerhin 90 Prozent der Bevölkerung, betonte der grüne Spitzenmann vor rund 145 Mitgliedern des IHC Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe. Nach Trittins Angaben sind die zusätzlichen Steuereinnahmen nötig, um beispielsweise Ganztagsschulen und Kindergartenplätze zu fördern.

Die Grünen hatten Ende April 2013 auf ihrem Parteitag ein Wahlprogramm beschlossen, das unter anderem eine Anhebung des Spitzensteuersatzes und die Einführung einer Vermögensabgabe vorsieht. Vertreter der Wirtschaft hatten die Steuerpläne heftig kritisiert, auch Union und FDP rügten die Pläne scharf.

Zu Beginn seiner 40-minütigen Rede sprach Trittin wie ein konservativer Wirtschaftspolitiker, verwies auf Banker und Prokuristen in seiner Familie. Vehement beklagte er die Überschuldung in Deutschland. „Wohlstand auf Pump geht nicht mehr“, sagte der Grünen-Chef und kritisierte die Bundesregierung, die sich immer wieder „vor unangenehmen Wahrheiten und Entscheidungen“ drücke. Die Euro-Krise sei keineswegs nur eine Krise der Südländer, sondern „auch unsere Krise“. Leichtfertig seien die Maastricht-Kriterien aufgegeben worden.

„Wir müssen raus aus der Krise, sparen und Subventionen abbauen“, rief der gebürtige Bremer den Unternehmerinnen und Unternehmern und Top-Führungskräften der Region zu und forderte einen Mix aus Schuldenabbau und moderaten Steuererhöhungen. So soll ab einem Jahreseinkommen von 80.000 Euro der Spitzensteuersatz von 49 Prozent gelten. Wichtig sei ihm vor allem, die kleinen und mittleren Unternehmen zu entlasten. Diese seien die zuverlässigen Garanten für Arbeits- und Ausbildungsplätze in Deutschland. Als Politiker der Grünen bekenne er sich klar zu den Steuererhöhungen für Wohlhabende, um die Rahmenbedingungen für mehr Investitionen in Bildung, Infrastruktur und ökologischen Umbau zu verbessern.

In seiner Rede unter dem Thema „Dieses Land muss gerechter werden“ setzte sich Trittin für einen Mindestlohn ein. „Niedriglöhne verhindern keine Massenarbeitslosigkeit“, so der 59-Jährige. „Was diese Gesellschaft braucht, sind faire Löhne“. Der Grünen-Chef zeigte sich vom Erfolg seiner Partei bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 überzeugt. In aktuellen Umfragen hole die Partei auf, auch der Wunschpartner SPD lege zu.

In der von IHC Präsidiumsmitglied Dr. Alfred Oetker moderierten Diskussion antwortete Trittin ausweichend auf die Frage, ob er als Finanzminister einer schwarz-grünen Merkel-Regierung zu Verfügung stehe. Er beließ es mit wohlgesetzten Worten bei dem Hinweis, dass die Kanzlerin „Positionen vertritt, die ich nicht akzeptiere“. Im Übrigen gehe er davon aus, dass sich die in NRW erfolgreiche rot-grüne Landesregierung auch für den Bund als Modell erweisen werde.

Keine schlüssige Antwort fand der Gast aus Berlin auch auf den Einwand, die geplante Einführung einer Vermögensabgabe werde vor allem mittelständische Unternehmen treffen. Am Ende der fast zweistündigen Veranstaltung bescheinigten viele IHC Mitglieder dem grünen Spitzenkandidaten Mut und Standfestigkeit gegenüber einem diskussionsfreudigen Publikum, das mehrheitlich eher nicht zur „grünen Stammwählerschaft“ zählen dürfte. Schon 2009 war Trittin beim IHC in Bielefeld zu Gast; die ihm damals geschenkte rote IHC Krawatte hatte er bei seinem zweiten Besuch nicht vergessen.

Text: Siegfried Mühlenweg /Fotos: Susanne Freitag