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Service für Mitglieder

Die IHC Geschäftsstelle

Am Niederwall in Bielefeld ist der Sitz der IHC Geschäftsstelle. Hier betreut der IHC Industrie- und Handelsclub Ostwestfalen- Lippe seine mehr als 900 Mitglieder. Das Team der Geschäftsstelle steht montags bis donnerstags von 9.00 bis 13.00 Uhr zur Verfügung.

Telefon: 0521 177111; Fax: 0521 177161
E-Mail: info(at)ihc-owl(dot)de


Der Ball der Wirtschaft

Einer der Höhepunkte im Jahresprogramm des Industrie- und Handelsclubs Ostwestfalen-Lippe e. V. ist der Ball der Wirtschaft, der am 9. November 2019 zum 22. Mal gefeiert wird. An diesem festlichen Ereignis in der Stadthalle Bielefeld nehmen Hunderte von Gästen aus der Region teil. Einen Vorgeschmack liefern die Bildergalerien der Vorjahre.

www.ball-der-wirtschaft-bielefeld.de

IHC Vizepräsident Dr. Daniel Terberger (l.), der den IHC Abend moderierte, Referentin Sahra Wagenknecht, stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke, Dietmar Engel, Partner des Gastgebers HLB Stückmann.

26.06.2013 | IHC Special: Bundestagswahl 2013
Sahra Wagenknecht
, Spitzenkandidatin Die Linke NRW

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Siehe auch Berichterstattung unter Medienresonanz.

Über das Recht des Menschen auf Freiheit

Sahra Wagenknecht plädiert für mehr Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit

Sie ist streitbare Politikerin, stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke, Wirtschaftsexpertin und Publizistin. Sahra Wagenknecht war die vierte Referentin beim „IHC Special: Bundestagswahl 2013“. Ihr Thema: „Freiheit statt Kapitalismus“. Nahezu 150 IHC Mitglieder und die regionalen Medien wollten hören, was die exponierte Linke zu sagen hat.

„Mit der Freiheit ist es heute nicht so bestellt, wie es sein sollte“, mahnte die Politikerin und führte ausführlich und wirtschaftstheoretisch breit untermauert aus, was sie unter dem Begriff „Freiheit“ versteht: Das Recht auf Arbeit, die Wahrung der Privatsphäre, Chancengleichheit und Leistungsgerechtigkeit. Ihre Kritik: In Deutschland dominiere zunehmend das „Faustrecht des Starken“.

Die aktuelle Gestaltung des Arbeitsmarktes garantiere Berufstätigen nicht, dass sie von ihrer Arbeit leben können. Somit sei das derzeitige „Beschäftigungswunder“ eher eine „Umverteilung durch Reformen“, durch die außerdem die Lebensqualität des Einzelnen leide. Leiharbeit, Werkverträge und Kettenverträge sorgten vor allem bei jüngeren Menschen dafür, dass Unsicherheit wachse. Ein Mindestlohn von 10 Euro und die Selbstverständlichkeit, nach 45 Berufsjahren von der Rente leben zu können, sind für Wagenknecht Aspekte von Menschenwürde: „Freiheit braucht die soziale Dimension.“

Der zweite große Themenkomplex rankte sich um die Regulierung der Finanzmärkte, damit sich die Gesellschaft nicht durch Banken und Konzernmacht erpressbar mache. Deutlich sprach sie sich gegen den Euro-Rettungsschirm in der jetzigen Konstruktion aus und stützte sich dabei auf das Prinzip „Wer den Nutzen hat, muss auch den Schaden tragen.“ Außerdem kämen die Gelder nicht den Lebensversicherungen und Rentenfonds zugute, sondern den Banken und wenigen Superreichen: „Das ist eine Aushebelung aller marktwirtschaftlichen Grundsätze.“

Mit der Frage „Haben wir in der Substanz noch Demokratie?“ leitete die Linke zum dritten Themenkomplex. Sie kritisierte „institutionalisierte Korruption“ und forderte, den unmittelbaren Wechsel von Spitzenpolitikern in die Wirtschaft gesetzlich zu verbieten. Kritisch bewertet sie auch die „zunehmende Auslagerung von Gesetzesentwürfen“ und den zunehmenden Einfluss von Lobbyisten in Berlin und Brüssel: „in allen Ausschüssen des Europäischen Parlaments sitzen mehr Lobbyisten als Abgeordnete.“

Der letzte Punkt war die Steuerpolitik. Die Wirtschaftsexpertin sprach sich sowohl für europaweit einheitliche Mindeststeuersätze aus als auch für eine Vermögenssteuer.

Im Anschluss an ihren 40-minütigen Vortrag stand Sahra Wagenknecht für Fragen zur Verfügung. IHC Vizepräsident Dr. Daniel Terberger moderierte die lebhafte Diskussion, in der wiederholt das Für und Wider zur Banken-Hilfe thematisiert wurde. Insgesamt bezeugten die IHC Mitglieder Respekt für die rhetorisch ausgefeilte Argumentationsführung der linken Spitzenpolitikerin. Ob ihre Partei eine rot-rot-grüne Koalition mittragen werde? Sicherlich, so Sahra Wagenknecht – jedoch ohne Kompromisse in puncto Bankenkontrolle.

Bericht: Sandra Hankel / Fotos: Christian Weische


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