Rückblick

Startup-Ökosystem Ostwestfalen-Lippe


hinten: v. l. Dominik Gross, Prof. Rüdiger Kabst, IHC Vizepräsident Christoph Mohn, Dennis Cutraro, vorne: v. l. IHC Geschäftsführerin Cornelia Moss, Britta Herbst, Hanna Drabon, Marek Lehmann

Das Startup-Ökosystem: Ein Erfolgsmodell aus OWL

Ostwestfalen-Lippe liefert den Beweis, wie junges Unternehmertum wirksam gefördert werden kann: Durch das Zusammenspiel von Politik, Talentschmieden wie der „Founders Foundation“, Investoren, Hochschulen und etablierten Unternehmen ist in den vergangenen zehn Jahren ein Startup-Ökosystem entstanden, das als Vorbild für Flächenregionen gilt. Auf Einladung des IHC kamen die beteiligten Akteure jetzt zu einer Podiumsdiskussion zusammen, die vom Bertelsmann-Aufsichtsratsvorsitzenden und IHC Vizepräsident Christoph Mohn moderiert wurde.

Gleich zu Beginn stellte Mohn, stellvertretend für erfolgreiches Gründertum, Dennis Contraro vor. Der Mathematiker hat in Bielefeld studiert und mit Starthilfe der Founders Foundation mittlerweile mehrere Software-Unternehmen, darunter Valuedesk und Unfuture, mitgegründet. „Mut, Ehrgeiz und Schnelligkeit“, seien in diesen Zeiten gefragt, so Contraro über sein Erfolgskonzept. „Dann kann man auch in OWL erfolgreich sein“, bemerkte er augenzwinkernd.

Dominik Gross vertrat als Co-Founder und Geschäftsführer die Founders Foundation auf dem Panel. Der Startup-Beschleuniger unterstützt Gründerinnen und Gründer von der Idee bis zur Produktreife und versteht sich zugleich als Brückenbauer zwischen B2B-Startups und etablierten Unternehmen. Ebenfalls als „Möglichmacher“ versteht sich Rüdiger Kabst. Der Paderborner Professor für Internationales Business fördert durch wissenschaftliche Begleitung das Projekt „Garage33“ und begleitet den Wissenstransfer von Universität und Hochschulen zu Unternehmen. In dem Gründungscenter werden Studierende, aber auch Mitarbeitende der Uni Paderborn zu Unternehmensgründungen ermutigt und anschließend gecoacht und begleitet.

Die Rolle der Kapitalgeber vertrat Marek Lehmann, Unternehmer und Vorstand des Teuto Seed Clubs. 2024 haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Familienunternehmen und Mittelstand zusammengetan, um aus der Region heraus Gründertalente zu fördern und in innovative Geschäftsmodelle in zukunftsorientierten Branchen zu investieren.

Auch die Stadt Bielefeld hat ein Anliegen, Gründerinnen und Gründer zu unterstützen und möglichst auch in der Region zu halten. Hanna Drabon von der WEGE Bielefeld stellte in diesem Zusammenhang das vor vier Jahren lancierte „Bielefelder Startup Paket“ vor. Unbürokratisch und innerhalb weniger Tage können Gründer damit Mietzuschüsse, Zugang zu Anwälten und Steuerberatern oder auch Wirtschaftsclubs wie dem IHC erhalten.

Eine große Rolle bei der Vernetzung der regionalen Gründerszene spiele auch der „Pioneers Space“ mit seinem Raumangebot, erklärte Geschäftsführerin Britta Herbst. Als Anbieter von Co-Working-Flächen, nicht nur für Gründerinnen und Gründer, sondern auch für bestehende Unternehmen, schaffe man für alle Beteiligten ein „inspirierendes Klima“.

Das Zusammenspiel der unterschiedlichen Akteure im Startup-Ökosystem OWL führte innerhalb der letzten Jahre zu 350 Startups und mehr als 3000 Jobs. „Da ist noch Luft nach oben“, waren sich trotz des großen Erfolgs alle Gäste des Panels einig. Wunsch und Ziel sei es, so Rüdiger Kabst, gerade bei Gründungen im Bereich Industrial Tech zu einer Leuchtturm-Region zu werden, die Menschen nach OWL locke, um ihr Business hier zu beginnen.

Dienstag, 28. April 2026 18:30 Uhr