Podiumsdiskussion v.l.
Oliver Flaskämper (IHC Präsidium),
Melvin Schwarz (Vision AI),
Frank Roebers (Vox Romeo IT GmbH) und
Tanja Maaß (IHC Präsidium)
Die Entwicklung Künstlicher Intelligenz vollzieht sich in einem rasend schnellen Tempo. Wie Arbeit, Bildung und Alltag sich unter diesem Einfluss verändern, diskutierte auf Einladung des Industrie- und Handelsclubs OWL, IHC, ein Expertenpanel im Herforder Denkwerk. Moderiert wurde die lebendige Debatte von IHC-Präsidiumsmitglied Oliver Flaskämper, der zu Demonstrationszwecken während der Veranstaltung vor aller Augen eine KI-Anwendung zur Belegerfassung programmierte.
In einem Impulsvortrag zeichnete Melvin Schwarz (Mitgründer und CEO VisionAI) zunächst die Phasen der KI-Entwicklung nach – von generativer KI über Agentic AI bis hin zum Einsatz humanoider Roboter. „ChatGPT bekommt Hände und KI einen Körper“, fasste Schwarz die Fortschritte zusammen. Maschinen und Roboter ließen sich mittlerweile einfach per Sprache programmieren und steuern und könnten, so Schwarz, bald jede bislang durch Menschen ausgeführte Arbeit übernehmen. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, dürfe sich Deutschland nicht den internationalen Entwicklungen verschließen. „Abwarten ist keine Option“, so der KI-Entwickler.
Etwas zurückhaltender blickten die Panelteilnehmer Tanja Maaß (IHC-Präsidiumsmitglied und Geschäftsführende Gesellschafterin Nexoy GmbH) und Frank Roebers (einsnulleins, Fox Romeo IT GmbH) auf das Thema. Obwohl beide begeistert von eigenen AI-Erfahrungen berichteten, wiesen sie auf Punkte wie Datenschutzkonformität und Arbeitssicherheit hin. „Wir müssen uns überlegen, ob wir unsere Daten auf US-gehostete Plattformen bringen oder nicht lieber eigene Opensource-basierte Modelle auf unseren eigenen Rechnern laufen lassen“, gab Maaß zu bedenken. Europa könne in diesem Bereich durch die Entwicklung individueller Modelle Vorreiter werden.
Einig war sich das Panel darin, dass die KI-Entwicklung nicht mehr aufzuhalten sei. Der Rat an die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer lautete deshalb, sich unbedingt damit auseinanderzusetzen und vor allem die Chancen zu sehen, lästige oder auch körperlich anstrengende Aufgaben von der KI oder Robotern erledigen zu lassen.
In der anschließenden Diskussion interessierte die Teilnehmenden vor allem die Frage, wie eine Welt aussieht, in der „dark factories“, Fabriken ohne arbeitende Menschen, Realität werden und intelligente Maschinen Dienstleistungen übernehmen. Wie gestaltet sich beispielweise der Alltag der Beschäftigten, die durch die Transformation ihr Einkommen und ihre Beschäftigung verlieren? „Das wird eine große Herausforderung“, so die einhellige Meinung des Panels. Eine zufriedenstellende Antwort gebe es hierauf jedoch noch nicht.