„Mastering Energy – Wer Energie beherrscht, gewinnt unternehmerische Freiheit“
IHC Vortragsveranstaltung mit Joachim Goldbeck
Anhaltende geopolitische Spannungen setzen die Energieversorgungssicherheit in Europa unter Druck. Konflikte im Nahen Osten und die Blockade kritischer Seehafenrouten wie der Straße von Hormus führen zu hohen und schwankenden Energiepreisen – für viele Unternehmen ein Standort- und Wettbewerbsnachteil. „Diese Lage ist jedoch keinesfalls ausweglos“, sagt Joachim Goldbeck. In seinem Vortrag vor Mitgliedern und Gästen des Industrie- und Handelsclubs OWL, IHC, erläuterte der CEO der Goldbeck Solar Gruppe und Präsident des Bundesverbands Solarwirtschaft, wie Unternehmen ihre Energiekosten gestalten, sich unabhängiger aufstellen und zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz leisten können.
„Was kann der ‚normale‘ Unternehmer in seinem Umfeld tun, um das Thema Energie vom fremdbestimmten Kostenblock zu einer steuerbaren Größe im Unternehmen zu entwickeln?“, fragte Goldbeck zu Beginn. Seine Antwort: Unternehmen können Solarenergie gezielt nutzen, um sich unabhängiger aufzustellen und Energie zu einer „Chance in der Krise“ zu machen. Dabei gehe es nicht um vollständige Autonomie von fossilen Energieträgern, sondern um mehr Planbarkeit und Zuverlässigkeit für das eigene Unternehmen.
Entlang der Felder „Produktion“, Speicherung“, „Steuerung“ und „Neue Energien schaffen“ erklärte der Solarexperte, wie Unternehmen Energie gezielt als unternehmerische Stellschraube einsetzen können. Solarmodule ließen sich auf ungenutzten Flächen installieren, etwa auf Dächern, Reservegrundstücken oder über Parkplätzen. Dank gesunkener Batteriepreise und höherer Speicherkapazitäten könne der erzeugte Strom vergleichsweise kostengünstig gespeichert werden. Bei Lastspitzen lasse er sich dann nutzen und könne so die herkömmliche Stromversorgung ergänzen. Auch eine flexible Produktionsplanung, die sich an den tageszeitlich schwankenden Stromkosten orientiert, helfe Kosten zu senken.
Goldbeck stellte zudem Möglichkeiten für den Fall vor, dass der selbst erzeugte Strom nicht direkt verbraucht wird. Aus überschüssigem Strom könne zunächst Wasserstoff hergestellt werden, aus dem sich wiederum Methanol und Ammoniak gewinnen ließen. Diese Energieträger ermöglichten es, Energie in chemischer Form zu speichern. Ihre Herstellung und der Verkauf könnten zu einem eigenen Geschäftsmodell werden. Dementsprechend lautete Goldbecks Fazit: „Wer Energie beherrscht, gewinnt unternehmerische Freiheit“.
Die präsentierten Modelle boten Anlass für zahlreiche Fragen aus dem Publikum. Nach der von IHC Vizepräsident Christoph Mohn moderierten Diskussion lud die gastgebende Goldbeck Gruppe noch zu einem Imbiss und Rundgängen durch das neugestaltete Kundencenter ein.