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IHC Veranstaltung mit der 2hearts Community gGmbH „Fachkräftemangel im Tech-Bereich – Vielfalt als Schlüssel zur Zukunft?“

7. Mai 2026
IHC Veranstaltung mit der 2hearts Community gGmbH

Die „2hearts Community“ fördert und unterstützt junge Fachkräfte mit Migrationshintergrund in der Tech-Branche. Gründer und Founding Member des Netzwerks berichteten auf einer IHC Veranstaltung im Pioneers Club, wie man Barrieren überwinden und Integration stärken kann.

Tanja Maaß, IHC Präsidiumsmitglied, versprach bereits in ihrer Anmoderation eine der „positivsten Veranstaltungen, die Sie in diesen anspruchsvollen Zeiten besuchen werden“. Damit sollte sie recht behalten. Anstelle von trüben Weltwirtschaftsprognosen bekamen die Mitglieder und Gäste Erfolgsgeschichten aus Deutschland zu hören. Cem Uyanik, Gründer eines Luftfahrtunternehmens für Warenzustellung, Yasemin Sezer, Venture Capital Investorin, und Johan Filip Axenpalm, Spezialist für Public Private Partnerships, erzählten von ihren erfolgreichen Karriere-Wegen in die Start-up- und Tech-Welt.

„Uns allen ist gemeinsam, dass zu irgendeinem Zeitpunkt jemand in diesem Land an uns geglaubt und uns eine Tür geöffnet hat“, berichtete Uyanik. In seinem Fall war es eine Lehrerin, die das Talent des Sohns einer alleinerziehenden Reinigungskraft bereits früh erkannte und ihn unterstützte. „Diese Brückenbauer-Funktion möchten wir nun auch für junge Menschen mit Migrationshintergrund übernehmen“, so der Ingenieur.

Die gemeinnützige „2hearts Community“ wurde 2021 unter anderem von dem deutsch-türkischen Unternehmer Oktay Erciyaz gegründet, der ebenfalls im Pioneers Club anwesend war. „In diesem Land gibt es so viele Menschen mit Einwanderungsgeschichte, die über starke fachliche Kompetenzen, internationale Perspektiven und unternehmerisches Denken verfügen“, so Erciyaz. Ihr Potenzial bleibe jedoch noch zu oft ungenutzt. „2hearts“ vernetze darum diese Talente mit erfahrenen Tech-Experten, Führungskräften und Investoren und unterstütze sie durch Mentoring-Programme.

Die Vorteile von Diversität im Tech-Bereich liegen laut den „2hearts“-Vertretern auf der Hand: Menschen mit Migrationsgeschichte wachsen mit verschiedenen kulturellen Identitäten und Sprachen auf und lernen früh zwischen den Welten zu navigieren. Das schule die Anpassungs- und Kommunikationsfähigkeit und fördere ein flexibles, lösungsorientiertes Denken – ein klarer Vorteil in internationalen Arbeitsumfeldern. Das bestätigten auch IHC Vizepräsident Christoph Mohn und seine Frau Shobna Mohn, die ein Plädoyer für vielfältige Teams hielten. Arbeitgeber sollten gezielt nach solchen Talenten suchen.

Um rechtzeitig die Weichen in eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu stellen, setzt „2hearts“ bereits mit speziellen Programmen direkt in den Schulen an. „Wenn die Jugendlichen sehen, dass jemand mit dem gleichen Hintergrund und vielleicht ähnlichen Schwierigkeiten ein erfolgreiches Geschäft aufbauen konnte, hat das enormen Vorbildcharakter“, berichtete Uyanik. „Wir möchten diese Perspektiven sichtbar machen, sowohl für den Nachwuchs als auch für Unternehmen, die neue Talentpotenziale erschließen und Vielfalt als Erfolgsfaktor nutzen können“.

Nach einer abschießenden Diskussionsrunde, bei welcher der Wunsch geäußert wurde, das Projekt auch bei Unternehmen stärker zu bewerben, klang der Abend bei einem von der Hapeko Bielefeld offerierten Imbiss aus.