Rückblick

Besichtigung des Studierendenhauses „EduLab“ der medizinischen Fakultät Bielefeld


v. l. Univ.-Prof. Dr. med. Markus Roessler, IHC Geschäftsführerin Cornelia Moss, IHC Präsidiumsmitglied Laura von Schubert, Ärztlicher Direktor Klinikum Bielefeld gem. GmbH Dr. med. Kai Johanning, Geschäftsführer Klinikum Bielefeld gem. GmbH Michael Ackermann, Oberarzt Jan Simoneit

Spannende Einblicke in das Hightech-Training für Medizinstudierende

Im Wintersemester 2021/22 wurde an der Universität Bielefeld erstmals der Studienbetrieb im Modellstudiengang Medizin aufgenommen. Eine zentrale Rolle beim Erlernen der praktischen medizinischen Fähigkeiten spielt das Studierendenhaus EduLab am Klinikum Bielefeld-Mitte. Im Rahmen einer Besichtigung erhielten jetzt rund 50 Mitglieder des IHC einen Einblick in das sich über 2.000 Quadratmeter erstreckende Lehr-, Lern- und Forschungsgebäude, das im Frühjahr 2025 eröffnet wurde.

Nach der Begrüßung durch IHC Präsidiumsmitglied Laura von Schubert zeichnete Klinikum Bielefeld-Geschäftsführer Michael Ackermann die Entwicklung des 1899 gegründeten kommunalen Krankenhauses zum modernen Universitätsklinikum nach. 360 angehende Medizinerinnen und Mediziner studieren zurzeit in Bielefeld. Wenn der Studiengang vollständig angelaufen ist, werden es 1500 Studierende sein, die Teile ihrer praktischen Ausbildung am Klinikum Bielefeld oder den Kooperationskliniken Bethel und Lippe absolvieren.

„Herzstück“ des neuen Lehrgebäudes, so Ackermann, sei das spendenfinanzierte Skills Lab, in dem Studierende ab dem ersten Semester praxisnah trainieren können. In kleinen Gruppen und unter Anleitung erfahrener Ärztinnen und Ärzte üben sie grundlegende Untersuchungs- und Notfallfertigkeiten – unterstützt durch realistisch gestaltete Trainingsräume wie einen simulierten Operationsaal und Schockraum, Ultraschall- und Laporoskopie-Übungräume und ein Intensivpflege-Zimmer. Darum herum gruppieren sich ein Hörsaal, neun Seminarräume, Labore, eine digital ausgestattete Bibliothek und eine Mensa.

Die Investitionen des Landes NRW in den Aufbau des Universitätsklinikums kämen aber nicht nur den Studierenden zugute, sondern auch der Bevölkerung, erklärte der Geschäftsführer. „Mit Rückenwind der Uni-Ausbildung“ erhalte das onkologisches Schwerpunktzentrum im Klinikum Mitte bald die Möglichkeit, Stammzellentherapien mit CAR-T Zellen bei Blut und Knochenmarkkrebs durchzuführen. Eine Behandlung, die in der Region bislang nicht angeboten wurde.

Ziel des Bielefelder Modellstudiengangs Medizin ist es, von Beginn an kliniknah zu sein und nicht nur Theorie zu vermitteln. Wichtiger Baustein dafür ist das Simulationstraining, das mit seiner realitätsnahen Trainingsumgebung zukunftsweisend für die medizinische Ausbildung ist. Bevor sich die Teilnehmer live bei einer solchen Simulationsübung dabei sein konnten, erläuterte Markus Roessler, Universitäts-Professsor und Direktor des Zentrums für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, den Nutzen der neuen Ausbildungsmethode. „Die klinische Ausbildung in Deutschland ist immer noch eine Schwachstelle“, erklärte der Mediziner. Um das zu verbessern, lernten nun auch Mediziner – ähnlich wie auch Piloten – zunehmend an simulierten Fallbeispielen.

„Wir machen hier Theateraufführungen“, brachte es Roessler auf den Punkt, „mit dem Ziel, dass die Studierenden – gemeinsam mit Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften des Klinikums Bielefeld – realitätsnah erleben können, wie sich eine Notfallsituation anfühlt“. Bevor es losgehe, finde ein ausführliches Briefing statt. Während des Szenarios werde per Video überwacht, was im Team passiert – und im anschließenden Debriefing werde gemeinsam reflektiert: Was lief gut? Was können wir beim nächsten Mal besser machen? „So lernen unsere Studierenden schon früh, im Ernstfall ruhig zu bleiben“, so Roessler. Zumindest in der Simulation verlief dann auch alles nach Plan und der „verletzte Autofahrer“ konnte stabilisiert werden. Sichtlich beeindruckt nutzten die Teilnehmenden der Führung die Gelegenheit, sich zum Abschluss bei einem Imbiss in der Mensa über das Erlebte auszutauschen.

 

 

Mittwoch, 21. Januar 2026 17:00 Uhr