Rückblick

adidas – ein emotionales Unternehmen


„Mit Sport können wir Leben verändern – das ist unsere Überzeugung“: adidas Chef Kaper Rorsted zu Gast beim IHC. Im Bild (v.l.) IHC Beiratsvorsitzender Dirk U. Hindrichs, Gastgeber Michael Fröhlich, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Bielefeld, Jennifer Erdmann, Vorstandsmitglied Sparkasse Bielefeld, der Referent Kasper Rorsted und IHC Präsident Reinhard Ch. Zinkann.

Kasper Rorsted, Vorstandvorsitzender adidas AG, über steigende Marktanteile und wie man sich die Wertschätzung seiner Kunden erarbeitet

„Mit Sport können wir Leben verändern – das ist unsere Überzeugung“, sagt adidas-Chef Kasper Rorsted über den Global Player, dessen Geschäfte er seit 2016 leitet. Und fügt hinzu: „Aber natürlich müssen wir Geld verdienen, auch für unsere Investments.“

Die 2015 bei adidas eingeleitete Strategie „Creating the New“ setzt den Fokus auf den Konsumenten und bezieht  gesamtgesellschaftliche Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz oder Gleichberechtigung der Geschlechter in Projekte und Investments ein. Eines davon ist die Zusammenarbeit mit „Parley for the Oceans“ und der Einsatz von wiederverwertetem Kunststoff in Sportschuhen. 2018 sind bereits fünf Millionen Paar verkauft worden, 2019 sollen es elf Millionen werden.

Dieses Engagement zahlt sich in Vertrauen und Wertschätzung der Kundinnen und Kunden aus. adidas ist es gelungen, Nachhaltigkeit in das Geschäftsmodell zu integrieren. Und der Sportartikelhersteller setzt diese Ziele auch intern um. So ist aus der Konzernzentrale im bayrischen Herzogenaurach, in der Menschen aus mehr als 100 Ländern zusammenarbeiten, der alltägliche Gebrauch von Plastik weitgehend verbannt. Ebenso zukunftsorientiert ist die Initiative „She Breaks Barriers“. Ihr Ziel ist es, Mädchen beim Sport zu halten. Eine Idee, die nicht nur viele Sympathien generiert, sondern auch – so die Intention – eine lebenslange Käuferinnenschaft.

Erreichen will adidas seine Kundinnen und Kunden heute zu 90 Prozent digital. TV Werbung gibt es nur noch in China und Korea. Wichtiger Baustein von „Creating the New“ ist das Einbinden von Open Sources. Der aus der Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Rapper und Modedesigner Kanye West entstandene Yeezy Boost 350 ist der erfolgreichste Schuh der Welt und TOP-Beispiel dafür, wie Marke und Umsatz durch den Einsatz moderner Technologien gesteuert werden können. Gezielt wurde der Launch auf allen Social Media-Kanälen eingeleitet, gezielt durch Verkaufsstopp und Wiederauflage das Interesse am Produkt wachgehalten.

„Digital ist der entscheidende Punkt. Hier müssen wir gewinnen“, sagt Rorsted dazu. Das gilt auch für die Mitarbeiterkommunikation und -gewinnung. „Das ist ein ganz anderes Profil als vor zehn Jahren.“ Für adidas zahlt sich der Fokus auf den Konsumenten aus: 21,9 Milliarden Euro Umsatz in 2018 sind ein sattes Plus von 8 Prozent, der Gewinn wuchs um rund 20 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Die größten Wachstumsmärkte sind Nordamerika mit 17 Prozent, China mit 23 Prozent und allen voran der Online-Markt mit 36 Prozent.

Seine eigene Rolle sieht der begeisterte Sportler und Teamplayer Kasper Rorsted, wie könnte es anders sein, als Trainer: die Strategie klar haben, dafür sorgen, dass diese umgesetzt wird, dafür sorgen, dass die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter da sind.

Eine Mitteilung, die viele der sportbegeisterten IHC Mitglieder gefreut haben dürfte, hatte Rorsted noch im Gepäck: „Der DFB und adidas gehören zusammen. Wir haben den Vertrag gerade verlängert.“

Die Sparkasse Bielefeld war an diesem Abend Gastgeber für über 200 IHC Mitglieder und Gäste. Der IHC dankt für die Gastfreundschaft.

www.adidas-group.com/de/

Text: Martina Höke / Fotos: Susanne Freitag

Donnerstag, 21. März 2019 18:30 Uhr
Sparkasse Bielefeld
Kasper Rorsted, Vorstandsvorsitzender ADIDAS AG, Herzogenaurach