AKTUELLE MELDUNGEN

Gelungener Start in ein neues IHC Format – Livestreaming mit DSC Chef Markus Rejek

24. April 2020

„Diese besonderen Zeiten sind eine Herausforderung für uns alle – auch für unsere Geschäftsstelle“, hatte der Moderator des Abends, IHC Präsidiumsmitglied Dr. Harald Schlüter, zu Beginn der Veranstaltung festgestellt und lobte die hervorragende Initiative und Organisation des Abends. Da klassische Vorträge während des Corona-Kontaktverbotes nicht möglich sind, sei die Idee des Videostreamings entstanden. Die zugeschalteten mehr als 80 IHC-Mitglieder und Gäste waren von dem neuen digitalen Veranstaltungsformat begeistert. Das zeigte sich an den vielen positiven Kommentaren im Chatbereich.

„Wir können mit einem blauen Auge davonkommen“, ist Markus Rejek überzeugt. Der kaufmännische Geschäftsführer des DSC Arminia referierte auf Einladung des Industrie- und Handelsclubs OWL über Management in Zeiten der Krise.

Dass der DSC Arminia mit Krisen umgehen kann, musste er zuletzt 2017/18 beweisen. 30 Millionen Euro Schulden lasteten auf dem Bielefelder Fußballverein, die Insolvenz drohte. Mit einem für den deutschen Fußball einmaligen Zusammenschluss regionaler Unternehmer, dem „Bündnis Ostwestfalen“, konnte der Club gerettet werden. „Ich bin noch immer froh und dankbar für dieses Konstrukt, mit dem wir den Verein in den Händen der Region halten konnten“, so Markus Rejek, kaufmännischer Geschäftsführer des DSC Arminia. Auf Einladung des Industrie- und Handelsclubs OWL (IHC) sprach der Fußballmanager, coronabedingt erstmals per Video, zu den zugeschalteten Mitgliedern und Gästen.

Unter dem Motto „Identität als Anker im Krisenmanagement“ vollzog Rejek Arminias Wege aus der Finanzkrise nach. Den zugeschalteten Entscheidern ostwestfälischer Unternehmen bot er damit überlegenswerte Strategien für die Unternehmensführung in der aktuellen Corona-Krisensituation. Als Unternehmer in Krisenzeiten fühle man sich „getrieben wie eine Flipperkugel, um den Ansprüchen aller Beteiligten gerecht zu werden“, so Rejek. Es brauche deshalb einen Anker, der Orientierung sowohl für das tägliche Handeln als auch für Zukunftsstrategien biete. Solch ein Anker könne zum Beispiel ein Leitbild sein, das in Herzen und Köpfen der Mitarbeiter und Kunden einheitliche Vorstellungen schaffe.

Der DSC Arminia habe sich in der Krise 2017/18 auf Sinnsuche begeben und durch Interviews mit allen Akteuren, vom Spieler über Sponsor bis zum Fan, Erfolgsbausteine aufgespürt. Daraus kristallisierten sich die vier Kernkompetenzen des Vereins.

Diese Werte erhöhen in guten wie schlechten Zeiten die Stahlkraft der Marke. Unter Druck ermöglichen sie zudem ein schnelles Umschalten auf den Krisenmodus. „Unsere Mitarbeitenden mussten nicht lange überlegen, wie wir während Corona weiter präsent bleiben können“, so Rejek: „Auch ohne Fußballspiele leben wir durch Aktionen wie die Unterstützung von Fankneipen über die Webseite oder Essenslieferungen an Bedürftige mit dem DSC-Bulli unsere Werte weiter“. Neben dem kommunikativen Nutzen durch hohe Authentizität und mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen, gebe es auch einen unternehmerischen Nutzen: „Klare Richtlinien sparen Zeit und Geld“.

Den finanziellen Druck, verursacht durch die Corona-Krise, verspürt zurzeit auch der DSC Arminia. „Auch wenn ich das nicht hoffe, planen wir den Worst Case“, erklärt Rejek, „das heißt Spiele ohne Zuschauer bis zum Jahresende“. Allein durch die neun ausfallenden Spiele bis zum Saisonende im Sommer entgehen dem Verein Ticketeinnahmen in Höhe von etwa 2 bis 3 Millionen Euro. Würde es ebenfalls nicht zu den geplanten Geisterspielen kommen, risse dies durch die wegfallenden Fernseh- und Sponsorengelder eine Lücke von bis zu 8 Millionen Euro in die Vereinskasse. Durch ein Restrukturierungsprogramm wolle man aber den Schaden bis Mitte 2022 kompensieren. Im Falle eines Aufstiegs in die 1. Bundesliga, der für die Arminia als aktueller Tabellenführer und noch neun ausstehenden Spieltagen greifbar ist, könnten höheren Einnahmen die durch die Krise entstehenden Verluste einigermaßen kompensieren. „Wir würden mit einem blauen Auge davonkommen“, ist Rejek überzeugt.

Zumindest nach außen ist beim DSC Arminia also Gelassenheit angesichts der Krise angesagt. Es scheint, als habe der gebürtige Ruhrgebietler Rejek die ostwestfälisch-ruhige Wesensart – wenigstens geschäftlich – bereits übernommen. „Das Unternehmertum in Ostwestfalen ist sachlich und unaufgeregt“, lautet Rejeks Einschätzung, „das ist gut für Krisenzeiten“.

Text: Annette Meyer zu Bargholz

Medienresonanz